150 Jahre Bahnstrecke Glauchau–Wurzen (Muldentalbahn). Die Muldenthal-Eisenbahngesellschaft erhielt am 29. April 1872 die Konzession zum Bau und Betrieb einer Eisenbahnstrecke zwischen Glauchau und Wurzen. Die Inbetriebnahme der Strecke erfolgte in mehreren Schritten. Am 10. Mai 1875 von Glauchau bis Penig, am 9. Dezember 1875 von Rochlitz bis Großbothen, am 29. Mai 1876 von Penig bis Rochlitz und am 30. Juni 1877 schließlich von Großbothen bis Wurzen. Infolge der Zerstörung der Rabensteinbrücke bei Grimma am 15. April 1945 war die Strecke seit dem Zweiten Weltkrieg zwischen Großbothen und Grimma unt Bf unterbrochen. Mit diesem Ereigniss begann im Prinzip der Niedergang der Bahnstrecke. 1969 wurde der Reisezug Verkehr zwischen Golzern nach Wurzen eingestellt. Nachdem der Güterverkehr 1990 massiv eingebrochen war, wurde im Abschnitt Wurzen–Golzern 1996 eingestellt. Der Abschnitts Colditz–Großbothen folgte im Mai 2000. Am 9. Juni 2001 verkehrten die letzten Züge zwischen Rochlitz und Wechselburg. Bis zum August 2002 erreichten den Bahnhof Wechselburg noch alle vier Stunden ein Zug aus Glauchau welcher jedoch für die 32 km über eine Stunde brauchte. Nach der Jahrhundertflut 2002, wovon auch die Mulde betroffen war, wurde der Zugverkehr wegen des dringend sanierungsbedürftigen Zustands verschiedener Trassenbauwerke endgültig eingestellt. Seit dem gibt es immer wieder Bemühungen zur Reaktivierung der Strecke welche allerdings bis jetzt noch nicht gefruchtet haben. 2010 führte der Verein Sächsischer Eisenbahnfreunde e. V. erstmals Tourismusverkehr mit dem sog. Schienentrabi durch. Befahren wurde der landschaftlich reizvolle Streckenabschnitt zwischen Rochlitz und Wechselburg. 2012 dann erstmals bis zum Göhrener Viadukt sowie Penig und Amerika. Im Mai 2025 befuhr seit 2002 wieder ein Reisezug die Strecke von Glauchau bis Wolkenburg. Der Sonderzug des IG Traditionslokomotive 58 3047 e. V. pendelte zweimal zwischen einem provisorischen Haltepunkt im Glauchauer Ortsteil Reinholdshain und Wolkenburg. Am Wochenende des 06. und 07. Juni 2026 feierten die Städte und Gemeinden entlang der Strecke das Jubiläum „150 Jahre Muldentalbahn“ zwischen Rochlitz und Penig. Neben Kinderfest und dem Regionalmarkt in Rochlitz fanden auch wieder die beliebten Schienentrabi-Fahrten zwischen Rochlitz und Wechselburg statt. In Wechselburg erwarteten die Besucher Souvenirverkauf, Modellbahnausstellung sowie eine Fahrzeugparade mit verschiedenen Schienenfahrzeugen.
Einfahrt Schienentrabi aus Richtung Rochlitz in Wechselburg.
Über die Muldentalbahn bei Wechselburg.
Das absolute Highlight der Veranstaltung waren jedoch die Führerstandsmitfahrten auf der Kö 323 306 zwischen Wechselburg und Göhren.
Nachdem die Maschine 1983 in Gremberg z-gestellt wurde, übernahm sie 1984 die Friedrich Boesner GmbH. Im Dezember 2000 wurde die Lok an die Stahlbau Amerika GmbH verkauft und war zunächst in Penig beheimatet. Im Jahr 2008 erfolgte schließlich der Verkauf an Möser Maschinenbau in Rochlitz. Der Motiv Klassiker Göhrener Viadukt durfte natürlich nicht fehlen.
Einfahrtssignal Wechselburg aus Richtung Göhren.
Sprung an den Anfang der Muldentalbahn ins Bw Glauchau am 14.06.2026.
Viel los zum Sommerfest der IG Traditionslokomotive 58 3047 e. V.
Am 13. und 14.06.2026 fanden neben dem Bw Fest Dieselzugfahrten zwischen Glauchau-Reinholdshain und Waldenburg statt. Bei Reinholdshain konnte ich den Zug mit 102 182-3 auf der kleinen Bahnbrücke abpassen.
Am Behelfsbahnsteig in Reinholdshain.
Am 21.06.habe ich im Zusammenhang mit der Erstellung dieses Beitrages die Schienentrabis in Rochlitz abgepasst.
Unterwegs auf dem 98 Meter langen Mulden Viadukt vor dem Schloss Rochlitz welches seit mehr als 600 Jahren sich über der Mulde erhebt. Das Schloss wurde bereits im 10. Jahrhundert als Burg zur Sicherung des Sieges über die Westslawen erbaut.
Ebenfalls am 21.06. dann die Durchfahrt der kleinen Gefährte in Wechselburg.
Bahnhof Wechselburg Anno 2026. Einst neben der Muldentalbahn Ausgangspunkt der Bahnstrecke Wechselburg–Küchwald (Chemnitztalbahn).
Rochlitzer Momentaufnahmen....... Die Rochlitzer Schlossmühle links im Bild ist eine historische Wassermühle. Die Mühle würde bereits im 13. Jahrhundert erwähnt. 1994 wurde der Betrieb eingestellt.