heute geht es weiter. Nachdem mein lädierter Finger wieder einigermaßen zu gebrauchen war, hieß die nächste Station in meiner Ausbildung Schwarzenberg. Ich war freudig aufgeregt, denn die "Glück auf" Gegend kannte ich bisher noch nicht (außer Zwickau). Leider war die Zeit der G12 im "Arzgebirch" schon vorbei.
Personenzug bei Schwarzenberg-Neuwelt - September 1978
Der Brückenträger der Drehscheibe befand sich schon wieder in der Grube der Est Schwarzenberg. Die Verladung und den Transport von Falkenstein nach Schwarzenberg hatte ich somit verpasst. Es blieb die Komplettierung, Einbau und Ausrichten des Königstuhllagers und das Aufwendige Ausrichten und Verschweißen der Riegeltaschen an den Strahlengleisen. Die Arbeiten waren dann Mitte Dezember abgeschlossen. In der Freizeit zog mich der Lokschuppen magisch an. Die Woche über übernachtete ich im Wohnwagen, die Kollegen fuhren täglich oder 1x in der Woche nach Hause, je nach Entfernung. Durch einen Türspalt der Tore konnte ich im Dunkel 2 Pufferteller erkennen, also musste ein Weg in den Schuppen gefunden werden. Zum Glück war die Hintertür nicht verschlossen - und da staunte ich nicht schlecht, 2 G12 hatten sich hier versteckt - die Museumslok 58 261 und die letzte Aue´r G12, 58 1800. Aufgrund der ausgebauten Drehscheibe konnte sie nicht zum Verschrotten abgefahren werden. Leider wurde das dann Mitte der 80er in Zwickau nachgeholt. Ich hatte nun ausgiebig Zeit zum Inspizieren. Mit Sicherheit hat an der 58 1800 eine bekannte Lokführer- und Fotolegende aus Aue am Regler gestanden... Die Lichtverhältnisse für Fotos waren natürlich recht bescheiden, so musste Vaters Blitzlicht in der nächsten Woche mit. Aber das brachte auch nicht viel. Nach langem Zögern hab ich mich dann entschlossen, die Schuppentore zu öffnen, immer mit der Angst im Nacken, dass es Mecker gab. Aber alles ging gut. Hier die Ergebnisse:
---------- Die blitzsaubere 118 358 vom Bw Aue in der Est Schwarzenberg, wahrscheinlich erst aus dem RAW zurückgekommen. Dahinter unser Bauzug.
---------- Die Drehscheibe war so gut wie fertig, dann gab es noch im Dezember einen 2-wöchigen Extra-Einsatz im Reichsbahnferienheim Breitenbrunn, ich glaube es war auf der Antonshöhe. Es mussten etliche Betten aufgestellt und montiert werden. Wir konnten da auch gleich übernachten. Auch an Außenarbeiten gab´s noch einiges zu tun. Die Arbeit eines Betriebschlossers ist halt nicht eintönig und hält fit - mangels Auto ging es zu Fuß von Breitenbrunn auf den Berg, zumindest für mich nach der Berufsschule......
---------- Eine Woche vor Weinachten wird dann unser Bauzug zurück ins Heimat-Bw verlegt.
"In der Kürze liegt die Würze" aber ein Beitrag wieder vollgepackt mit tollen Bildern und Informationen!
So die beiden G12 inkl Bilder und dass die Drehscheibe bzw deren Träger in DFA gewartet wurde! Jetzt wird mir klar, warum auch der Träger der Segmentdrehscheibe der Bimm aus Wilkau-Haßlau dort in einer Kiste lagerte... Man denkt man weiß viel und lernt dennoch immer wieder Neues dazu, tolle Sache, danke!
ich hab mir gedacht, bevor der Beitrag zu umfangreich wird, teile ich ihn lieber auf. In Reichenbach gab es noch einiges zu sehen, wie z.B. den Motorwechsel an einer 132...