#1 [HR] Bring mich nicht auf die Palme! -2- GM-Sound und Palmenmotive in Dalmatien mit 31 Bildern und Tonaufnahmen von Matthias Michaelis 28.11.2013 17:47

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Hallo zusammen,

draußen zeigt das Thermometer bis zu -15 C°. Es ist drinnen behaglich warm. Die schönste Zeit des Jahres bricht an-die Weihnachtszeit. Ja, noch vor gar nicht allzu langer Zeit aber war es auch draußen warm. Sehr warm. Genauer mildes Mittelmeerseeklima. In Split. Erholungssuchende Touristen fahren mit schweren Bäderzügen nach Split an die Adriaküste durch die schöne Bergwelt Dalmatiens auf geschichtsträchtigen Gleisen. Vorne dran arbeitet eine laute amerikanische Diesellok. Einer dieser Genießer war auch ich. Atemberaubende Aussichten hinunter ins Tal, hinauf auf den Berg und die malerischen, mediteranen Städte wie Split und Trogir, unter Palmen, das wollte ich sehen-und fotografieren. Kurzum, ein Genießerurlaub, nicht wie die letzten Jahre im Akkord so viel Fotos wie möglich machen, sondern auch mal die Eisenbahn Eisenbahn sein lassen und rechts über den Tellerrand gucken und das Flair vom Mittelmeer genießen.

Bring mich nicht auf die Palme! Doch, ich hab mich auf die Palme gebracht. Und zwar hier, in Kastel, einem Vorort von Split, gelegen in der Bucht von Kastela (Bild 1):

sind sie nicht einfach wunderschön? Auf dem Weg zum Supermarkt lief ich in Kastel diesen schmucken Exemplaren von Palmen über den Weg. Also wer da nicht auf die Palme gebracht werden kann, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. 19.7.2013


in Split waren die Temperaturen mittlerweile bei ca. 33C°, weshalb ich nun einfach nur noch Lust auf kühles, erfrischendes Nass hatte. Der Badestrand wurde also angesteuert. Hier lag ich nun im Wasser, genoss das schöne Wetter, hörte den hart arbeitenden Schiffsdieselmotoren der zahlreichen Fähren zu (die klangen teilweise sogar n. 16 567c Motoren!) und ließ die Eisenbahn mal Eisenbahn sein. Erst am Nachmittag, 3 Stunden später war wieder etwas los. Die Sonne stand jetzt wieder besser, Zeit also, das nächste Palmenmotiv umzusetzen.
Bild 2:

auf die Palme gebracht: 2044 030 kam gerade mit dem Leerreisezug aus Solin in Split eingerollt und muss jetzt ihren Zug umfahren, bevor sie um 15:20 Uhr wieder zur lautstarken Nachmittagstour in die Karstberge aufbrechen kann. Dabei passiert sie dieses kleine, aber hoch gewachsene Exemplar. Ich wollte der Lokomotive zuhören, kaufte mir eine Fahrkarte und ließ mich jetzt mal ordentlich zuwummern. Und wer mit der richtig harten Aussprache des ungedämpften 12 645e Zweitaktdieselmotors dieser Lok mal seine Gläser im Wandschrank rocken lassen will, der klicke hier: http://www.loksounds.eu/sounds/audio.php...id=164&start=40 ja, die 030 macht schon mächtig Rabatz. Geil. 16.07.2013 Eine richtig brutale Aufnahme ist auch die hier (ist allerdings eine andere Strecke, aber...)http://www.loksounds.eu/sounds/audio.php...id=165&start=40 der Motor zeigt hier sein wahres Gesicht in Punkto Lautstärke....
Bild 3:

am Abend ging es mit dem Schweden-VT noch mal nach Kastel Sucurac. Den Abendzug n. Perkovic wollte ich mit den letzten Sonnenstrahlen mit der dortigen großen Palme umsetzen. Das Motiv war kurz vor 8 traumhaft im Licht, richtig golden hätte es geleuchtet. Aber...! Der Zug kam nicht. Es wurde später und später. Der IC aus Zagreb kam wieder stark verspätet und der Nahverkehr muss warten.... Und schließlich war es passiert. Licht aus. Schade. Mit hängen und würgen bekam ich noch diese Aufnahme hin. Aber die Stimmung-einmalig. Es war warm, die Sonne taucht die umliegenden Berge und Olivenhaine in diffuses Licht-eine Urlaubsstimmung, die man nicht vergisst. Es war einfach nur gewaltig. 16.07.2013
Bild 4:

nach der "RB" nach Perkovic war es Zeit für den Brzi n. Zagreb. Der erste der Bäderzüge bestand heute aus 6 Waggons. 2044 029 chauffiert die erholten Touristen in die untergehende Sonne n. Hause. Was für ein Genuß. Die Shilouhette von Split grüßt in der Ferne. Entspannt im Liegewagen sitzen, die vorbeiziehende Landschaft genießen, dazu vielleicht noch ein Karlovacko-Bier und dann in den Liegen einschlafen. So muss entspanntes Reisen aussehen. Leider fahren aber viele Leute in ihren vollbepackten Autos auf der Autobahn in die Ferien, so, das das Zugangebot auf der Schiene immer mehr ausgedünnt wird. Tagsüber fährt nur ein Zug richtig schön bei Tageslicht über diese ungemein reizvolle Bahnstrecke. 16.07.2013 Für diesen Tag wars das. Ich ging mal in die Partymeile in Split am Hafen. Es war ein Traum! Man blickt hinaus auf das Meer, sieht die Schiffe ablegen. Ja, das war schon ein kleines, wenn auch von Touristen überlaufenes Paradies. Eine Rentnergruppe sang, ein Feuerspucker zeigte zahlreichen begeisterten Schaulustigen seine Kunststücke. Ich genoss noch ein kleines Abendbrot und plante das Programm für morgen.
Bild 5:

um halb 8 Uhr kitzelte mich die Sonne wach. Ein blitzblank geputzter blauer Himmel ließ mich keine Sekunde länger im Bett verweilen. Eiligst zog ich mich an. Heute wollte ich mich wieder so richtig auf die Palme bringen. Das Thermometer zeigte schon jetzt 25C° an. Das würde heute wieder heiß werden. Ich ging zum Bahnhof. Der Schwede brachte mich n. Kastel Sucurac, und kaum dem Triebwagen entstiegen, war ich am Motiv. Das erste "Opfer" des Tages war der hier gezeigte Bäderzug. Ihn erwartete ich. 2044 001 rollt n. Split. Die Fahrgäste dürften eine ziemlich schlaflose Nacht gehabt haben, besonders in den ersteren Wagen. 17.7.
Bild 6:

und nun wollte ich auf`s ganze. Ich stellte mich auf die Mauer. Der Bewohner des Hauses war zur Überraschung ein Deutscher aus Westfalen, der seinen Altersruhesitz hier her verlegt hat. Eine Lampe bot weiteren Halt. Beim näheren betrachten der Hecke stellte ich fest, das das eine Rosmarinhecke war! Ich konnte es nicht fassen. Bei uns in Deutschland kostet ein Topf Rosmarin ein Schweine Geld und hier wuchs er wild als Hecke!!! Und eine Größe. Wahnsinn. Ich koche ja auch gern und am liebsten hätte ich mir da eine Viertel Hecke ausgegraben und mitgenommen. Naja, die Toskana eben, hier unten. Ja, Mediterano nennen sich unsere DB AG Casinos, aber hier ist das echte Miditeranien! Der gepflegte Garten mit seinen Tomaten und die Palme geben ein tolles Bild ab, und als dann 2044 024 mit dem Vormittagspersonenzug n. Split an dieser Szene vorbeikam, war alles perfekt. 17.7.2013
Bild 7+8:

Für den nächsten Küstensprinter suchte ich mir die Brücke über die stark überlastete Küstenstraße aus, die von Dubrovnik bis hoch n. Rijeka geht. Der Lärm ist unerträglich. Irgendwann taucht er dann auf, der 7122 010. Die Bahnlinie führt ja mit brutaler Steigung vom Meer bis in die Berge hoch. So waren beim Bahnbau auch viele Kurven notwendig. Im Bild 8 sieht man über dem Triebwagen so auch die Kirche von Kastel Stari, die schon oft als Motiv hergehalten hat, wenn man sich am Nachmittag kurz hinter dem Bahnhof bergwärts Ri. Sadine aufstellt. An diesem 17.7. des Jahres 2013 rückt sie aber mal eher in den Hintergrund. Ein fetter Teleschuß muss auch mal sein.

Bild 9:

nach diesem Bild ging es wieder über den Mittag ins kühle Nass. Aber erst mal besichtigen wir Split. Bei einem leckerem Eisbecher in einem der zahlreichen italienischen Eiscaffees lässt es sich gut aushalten. Vor allem, Italien liegt gleich um die Ecke. Man muss nur eben übers Meer rüber :-) Ja, Boote sind jedenfalls zahlreich vorhanden. Also auf, mieten wir uns ein Boot und los geht`s!
Bild 10:

wir dürfen aber neben dem Besuch der zahlreich vorhandenen Sehenswürdigkeiten und dem Planschen im Wasser die Bahn nicht vergessen. Auf das nächste Palmenmotiv freute ich mich nämlich so richtig. Bitte schön. 2044 030, mächtig gewaltig. Bahnhof Split. 17.7. Sie fährt wieder den Nachmittagszug n. Perkovic, wo die wenigen Fahrgäste dann Anschluß bis Knin und Zadar haben werden. So, jetzt gibt es einen Angriff auf das Gehör. Ich steige jetzt in den Zug ein und wir hören der harten, laut wummernden Aussprache der Lokomotive zu. 1982 bei Duro Dakovic im heute kroatischen Slavonski Brod gebaut, erfreut die 2044 030 auch in 2013 noch immer ihre Anhänger und Fans. Hier geht`s mit 8 Fahrstufen in die 2 Spliter Stadttunnel (fälschlicherweise hab ich 2044 022 angegeben, ist aber die 30): http://www.loksounds.eu/sounds/audio.php...&id=537&start=0 und dann gehts mit mächtig Krawumm durch Kastels Häuserschluchten: http://www.loksounds.eu/sounds/audio.php...&id=538&start=0 Das Horn erklingt auch ab und zu. Schließlich müssen die vielen wilden Bahnübergänge "abgesichert" werden. Eine hab ich noch: http://www.loksounds.eu/sounds/audio.php...&id=541&start=0 jetzt wird mal kräftig typhonisiert!
Bild 11:

nach 1 stündiger Fahrt und fast taub von dem Radau der lauten Maschine kommen wir in Perkovic an. Gleich 4 GM`s haben sich versammelt. Unsere Zuglok, das Päärchen 2062 105+113 und hinten links am Güterschuppen hält 2062 119 Ruhe. Hier oben in den Bergen ist es gleich etwas kühler und angenehmer als am Meer 400 Meter weiter unten. 17.7.2013
Bild 12:

bei der Rückfahrt ging es nur bis Kastel Stari. Das beschriebene Kirchenmotiv aus Bild 8 wollte ich mit 2044 umsetzen. Es war wieder die 030, die kurz n. 20 Uhr mit dem letzten Zug des Tages n. Perkovic fährt. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Olivenbaumheine und der Rückfahrt mit dem letzten Zug vom Küstensprinter ließ ich den Tag ausklingen, 17.7.2013
Bild 13:

am 18.7.2013 ging es gleich am Vormittag Baden. Erst am Nachmittag fuhr ich mit dem Zug raus n. Solin. In Split Predgrade sah ich, das eine 2062 mit einem Güterzug drin stand. Ich lief eiligst rüber zum Ufer der Adriabucht, dort, wo die Hobbysegler ihre Boote im Tau hatten. Ich wollte dort eigentlich auf die Lok warten, ich nahm an, sie würde als Lz vom Zug zurück ins BW Solin fahren. Tja, sie kam nicht. Dafür kam diese yugoslawische Ludmilla daher. 132 006 fährt auf dem Anschlußgleis zum Predgrader Bahnhof rüber.
Bild 14:

ich sagte mir, was hinfährt, muss auch wieder zurückkommen. Aber was dann kam, hätte ich nicht erwartet. 2062 105+132 006 mit vereinten Kräften in Solin. Und was sucht denn die Palme da hinten über dem Zug schon wieder?! 18.7.2013
Bild 15:

zu Fuß ging es jetzt n. Split Predgrade. Die ersten Bäderzüge waren langsam fällig. Aber vorher wummert noch 2044 030 mit ihren 2 Schachteln an diesem Palmenmotiv vorbei. Ein Empfangskomitee in Form zweier kleiner schrill kläffender Fußhupen stand auch schon für mich bereit inclusive einer nicht minder aggresiven Anwohnerin. Aber ich konnte sie überzeugen, das ich nur ein harmloser Tourist bin, der lautstarke Diesellokomotiven ablichtet.
Bild 16:

dann rollte 2044 029 an. Mit richtig fett Tele wurde mal auf sie drauf gehalten. Split Predgrade am Abend des 18.7.2013 Während meine Begeisterung für die Baureihe immer mehr wächst, wachsen derweile über dem Gebirge Gewitterwolken.
Bild 17:

Bei 4 Personenzugpaaren zwischen 3 Uhr und 20 Uhr, 2 Schnellzügen und ab und an mal ein Güterzug hat man als yugoslawischer Eisenbahner natürlich viiiiiel Zeit. was tut man denn da? Hmmm. Studieren? Bücher lesen? Scherze für die Kollegen ausdenken? In Kroatien taut man auch Kühlschränke ab. Unter den überwachenden Blicken von Fahrdienstleiter und Weichenwärter, der noch weniger Arbeit hat als wie der FDL, kratzt der Wagenmeister gerade das dicke Packeis aus dem Kühlfach heraus. Es könnte ja auch ein Eisfach aus einem Speisewagen sein:-) so erlebt am 18.7.2013
Bild 18:

nur kurz musste das Stellwerkspersonal des Bhf. Split Predgrade ihre "Servicearbeiten" am dienstlichen Kühlgerät unterbrechen. 2044 030 fährt den letzten Nahverkehr in die Berge hoch. 18.7.
Bild 19+20:

am Morgen des 19. Juli wollte ich mir mal die Stadt Trogir ansehen. Jetzt fahre ich seit 2008 jedes Jahr dorthin zum übernachten, hatte aber noch nie mal näher die Stadt besichtigt. Ja, das wollte ich heute ändern. Aber zunächst ging es noch hoch n. Kastel Sucurac, mein Palmenmotiv am Hp. fertig knipsen. 7122 010 völlig graffitifrei, musste herhalten.

Bild 21:

anschließend fuhr ich wieder zurück n. Split und lief zum Busbahnhof, der einige Kilometer entfernt vom Bahnhof liegt. Dort beginnt die Linie 37 nach Trogir, die eine unmittelbare Konkurrenz zur Eisenbahn darstellt, weil der Bus mitten durch die Kastelas durchfährt und das alle 30 Minuten. Die Eisenbahn wurde in die Berge zwecks Höhengewinnung hineingebaut und touchiert die Kastelas lediglich an den Nordrändern, was für die Anwohner teilweise ganz schöne Fußmärsche berghoch bedeutet. So wird der Zugfahrplan auch weiter fleißig ausgedünnt. Wie ich so mitbekam, sollen noch Schaffner in den Bussen mitfahren, bei denen man Fahrkarten kaufen kann. Dem war aber nicht so, man muss direkt beim Fahrer oder im Busbahnhof am Schalter seine Fahrkarte kaufen. Nachdem ich das getan hatte, begann die Fahrt. Erst mal ging es quer durch Split, es war fast wie eine kleine Stadtrundfahrt. An Bustypen war so ziemlich alles vertreten. Vom alten 1970 ziger Jahre MAN bis zum nagelneuen Scaniabus mit Klimaanlage. Ich erwischte einen modernen Mercedes-Benz Omnibus mit Frischluftklimaanlage. Hier in Deutschland schon lange ausgestorben, wird es in Kroatien noch immer so gehandhabt wie früher auch bei uns: Türe auf während der Fahrt! Und eine herrlich frische Brise Wind sorgt für "prima Klima!" 19.7.
Bild 22:

in Trogir angekommen, lief ich zum Hafen. Eine alte Stadt, erbaut aus dem typischen hellen Kaarstgestein, gepaart mit Palmen, die in der steifen Seebrise hin und her wiegen, nahm ich in einem der rechts zu sehenden Retaurants Platz... 19.7.
Bild 23:

... und dann genoss ich einen Dalmatiner Teller mit leckerem, auf Kaarstgestein gereiften Schinken, leckerem Schafskäse und Oliven. Dazu ein frisch gebackenes Fladenbrot mit einer schönen Zitronenbrause. Die wedelnden Palmen, die Schiffe, die Ruhe (hier war bei weitem nicht so viel los wie in Split)-Herz, was willst du mehr! 19.7.
Bild 24:

beim anschließenden Stadtspaziergang schweift der Blick über diese Palme hinaus auf die raue See... Ich lieh mir hier einen Liegestuhl aus und genoss jetzt einfach mal den Moment.
Bild 25:

nach ein paar entspannten Stunden im Liegestuhl ging es dann mit dem Bus wieder n. Split. Den Nachmittagszug aus Perkovic schnappte ich mir in Split Predgrade, gerade als er aus dem 888 Meter langen Tunnel raus kam. 19.7.
Bild 26:

tja, und langsam näherte sich mein Urlaub seinem Ende. Nach der Aufnahme wartete ich im Bahnhof Split auf die 2044 026. Sie brachte heute den ersten Brzi n. Zagreb. Hier umfährt sie gerade ihren soeben aus Predgrade bereitgestellten Zug. Unmittelbar hinter mir beginnt übrigens das Meer. 19.07.2013 Heute Abend guckte ich mir noch mal das Programm an der Uferpromenade in Split an. Ein letztes mal konnte der Sonnenuntergang erlebt werden. Morgen geht es wieder n. Zagreb.
Bild 27:

Um gut und entspannt vorbereitet zu sein, kaufte ich bereits am Abend des 19.7. meine Fahrkarten. Mir gefallen die kroatischen Karten vom Design her ganz gut.
Bild 28:

Und wieder hatte ich Glück! Dieses mal war die Garnitur gedreht worden, der Wagen mit den Übersetzfenstern hing wieder hinter unserer Zuglok! Ich war begeistert. Dem Zugführer war es auch dieses mal Wurscht, so nahm ich wieder das 1. Abteil hinter der schwer arbeitenden 2044 016 in Beschlag, guckt mal, dieser Komfort mit den herrlich weichen Sitzen war nun bis Zagreb mein! Vorher aber bezahlte ich meine Übernachtungen und verabschiedete mich herzlich von meiner Gastfamilie, bei der ich untergekommen war. Der Mann bot mir an, beim nächsten mal in seinem Ferienhaus am Meer etwa 7 km südlich von Split zu nächtigen, da würde auch eine große, 100 Jahre alte Riesenpalme Schatten spenden... Ja, nun musste ich mich schweren Herzens wieder von der Adria mit ihren Palmen und Olivenbäumen verabschieden. Nicht aber, bevor ich mir noch eine Flasche gutes Olivenöl mitgenommen habe! Die Zugfahrt war wieder ein Hochgenuss. Ich stand die ganze Fahrt am Fenster. Es war einfach zu schön. Um 09:13 Uhr fuhren wir los in Split. Die Aussicht in den Bergen war ein Traum, besonders hervorzuheben sind die ersten Kilometer Fahrt hinauf bis Labin Dalmatinski, dann die Fahrt hinter Knin bei Oton.
Bild 29:

In Padene kreuzuten wir mit dem Gegenzug aus Zagreb, der dort um 06:30 Uhr gestartet war. Die Sonne lachte, es war heiß und die Luft hier oben im Gebirge dünn. Und dann passierte es. Wir hatten bereits 2/3 der Bahnbereisung von Split n. Ogulin "geschafft", als plötzlich bei Vrhovine ein kräftiger Ruck durch den Zug ging. Aha, Bei Volllast der Lokomotive sind die Fahrmotorentrennschütze abgefallen. Uiui, das gab sicher einen schönen Abrissfunken, das tut den Schützen nicht gut... Die Motordrehzahl fiel immer weiter ab-bis er dann ganz abstellte. Im Führerstand leuchtete die Störungslampe auf. Kühlwasserübertemperatur! Unser Zug war mitten im Wald in den Bergen. Die Lokführer hielten nun erst mal an, um an ihrer Lokomotive Arbeiten zur Störungsbehebung zu machen. Der 3. Anlassversuch verlief dann auch erfolgreich. Der Motor brachte allerdings keine volle Drehzahl mehr. Unsere eh schon große Verspätung wuchs nun noch weiter an. Bis Josipdol ging es, wir fuhren. Mir war es eh egal, hatte ich jetzt noch mehr Zeit, Landschaft zu genießen. Ein paar Kilometer vor Josipdol allerdings war dann entgültig Schluss. Die Lokomotive wollte nicht mehr, die Trennschütze zogen nicht mehr an. Wir kullerten noch mit Schritttempo in den Bahnhof Josipdol rein, dort warteten wir dann auf die Hilfslok. Die kam dann in Form der 2062 056! So konnten wir auf den letzten 10 Kilometern noch den NOHAB-Kreischsound des 645er Motors ohne Turbolader genießen! Also, ich muss schon sagen, ich bin begeistert! Ich sollte öfters mit dem Zug hier runter fahren:
Bild 30:

unn da warse putt, unnre Maschinskiiii. Da müschmor abschleppe! Zwischen Susnjevo Selo und Ogulin (rechts die Strecke Zagreb-Rijeka) erhaschte ich einen Blick auf unsere Hilfslok. Ja, die 2044 sind sehr störanfällig. Die konkurrieren ja glatt mit der 219...! Die 2062 waren nie defekt. Ich kann mich nicht entsinnen, das die je mal kaputt gegangen sind. Die 2044 holen die Zuverlässigkeit der 2062 aber schnell im Gegenteil ein. In Ogulin spannte dann wieder eine Funkenkutsche unserem Zug vor und ich saß jetzt im Abteil und genoss die vorbei ziehende Landschaft. So erreichten wir Split an diesem Tag statt um 15:33 Uhr erst gegen 17:30 Uhr. Aber wen störts? In unserem Zug keinen. Ich quartierte mich wieder für 1 Nacht im Hotel Europa ein und schaute mir noch das treiben auf dem Bahnhof Zagreb ein wenig an. Im Park vor dem Bahnhof ging ich noch etwas spazieren und nach dem Abendbrot und einer erholsamen Nacht ging es am 20. Juli wieder n. Deutschland.

So, das war mein Kurztrip in Kroatien. Aber einen hab ich noch. Ich darf ja auch als Maschinenführer amerikanische Lokomotiven ausführen. Daher ein allerletztes Bild von meinem ersten Einsatz n. dem Urlaub. Ich aber begnüge mich mit dem modernsten GM-Diesel, dem 710er Motor. Ich will nicht 9,29 Liter Hubraum, auch nicht 10,57. Ich will 11,6 Liter! Hubraum ist schließlich durch nichts zu ersetzen, als durch noch mehr Hubraum!!! Voila:
Bild 31:

das wird wieder eine lautstarke Zugfahrt...

so, das war er, mein Sommerurlaub in Kroatien. Bald gibt es den nächsten Fotobericht zu sehen, da werden wir mit der guten, alten Ferkeltaxe durch Mecklenburg-Vorpommern düsen. Bis dahin

Grüße, Matthias, FAUR-Power aus Rumänien für die DR-das U-Boot!!! und ein herzliches Danke an Christian Gerber für die Bildbearbeitung.

#2 RE: [HR] Bring mich nicht auf die Palme! -2- GM-Sound und Palmenmotive in Dalmatien mit 31 Bildern und Tonaufnahmen von br233 28.11.2013 19:31

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.......hättsd mol drunner schreim solln, das dos dor Hubraum pro Topp is, sonst denkt noch Eenor mei LKW hat mehr................!

Gruuuuuuß

#3 RE: [HR] Bring mich nicht auf die Palme! -2- GM-Sound und Palmenmotive in Dalmatien mit 31 Bildern und Tonaufnahmen von Matthias Michaelis 29.11.2013 16:25

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Glück aaauf!

nuscha. Su a Gruußdiesel kaa siiech jedor denkn, dos der Hubraum pru Cilindor gilt, udor?

Grüße, Matthias

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