#1 Aufruf zum Erhalt von Eisenbahnstrecken im Erzgebirge - DSO-Link von phpopp 11.02.2016 22:29

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Hallo,

bei DSO gibt es einen Beitrag der aufruft, sich für den Erhalt von Bahnstrecken im Erzgebirge einzusetzen.

http://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?2,7724458

Schaut einfach mal rein.

#2 RE: Aufruf zum Erhalt von Eisenbahnstrecken im Erzgebirge - DSO-Link von Bw Adorf 12.02.2016 11:27

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Werte Forumteilnehmer,

Na wenn der ganze reguläre Nahverkehr verschwunden ist, können wir sämtliche Strecken im Erzgebirge für Sonder- und nachgestellte Plandampffahrten nutzen (Sarkasmus aus!).

Aber mal im Ernst, der Aufruf kommt doch wieder viel zu spät. Hierfür ist es doch schon 5 vor 12, wenn nicht gar schon um 12. Das Ansinnen in Ehren. Ich würde dies auch jederzeit unterstützen. Nur wir brauchen uns nichts vormachen, an der großen Politik und den gefassten Beschlüssen werden wir nichts ändern, noch dazu mit so einem verzweifelten Politikaufruf der FW Erzgebirge. Auch wenn dies, vor allem für die Erzgebirgsstrecken, sehr wünschenswert wäre.

Für die verfehlte Verkehrspolitik und die in Millionenhöhe verbauten Mittel zur Sanierung der Strecken und Infrastruktur in den vergangenen Jahren, sollten sich, bei einer reell drohenden Abbestellung und Kürzung des Nahverkehrsangebotes in der Region, die Entscheidungsträger, vor allem in der sächsischen Politik, entsprechend verantworten. Aber dies wird genauso wenig passieren, weil diese wahrscheinlich gar nicht mehr greifbar sind bzw. dafür angreifbar sind.

Wenn sich an dem kleinstaatlich anmutenden Zustand im Personennahverkehr nicht von Bundesebene aus etwas ändert, wird sich die Gesamtsituation weiter verschlechtern.

Schönes WE und Gruß vom Bw Adorf

#3 RE: Aufruf zum Erhalt von Eisenbahnstrecken im Erzgebirge - DSO-Link von MBC 12.02.2016 12:19

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Hallo "Bw" und alle anderen,

ich kann diese Einschätzung in gewisser Weise nachvollziehen. Dieses Gefühl, dass man den Entscheidungsträgern ohnmächtig ausgeliefert ist, und die da an den Schaltstellen ohnehin machen, was sie wollen.
Aber im Endeffekt ist meine Überzeugung immer noch, und da verweise ich auf die Signatur eines geschätzten Eisenbahnfreundes: "Wer nicht kämpft, hat schon verloren."
Wir leben ja in einer so genannten repräsentativen Demokratie. Im ursprünglichen Sinne war Demokratie mal so gedacht, dass die Bürger ihre Begehren an Deligierte übermittelt haben. Diese Stellvertreter waren dann dafür zuständig den mehrheitlichen "Volkswillen" nach bestem Wissen und Gewissen umzusetzen - nun ja. "Mittlerweile" ist das Konzept über Dörfer und Städte hinaus auf ganze Länder übertragen worden. (In Deutschland sind wir damit vergleichsweise unerfahren...)
Das kann nur funktionieren, wenn das Volk seinen Willen immer wieder angemessen vorträgt und zum Ausdruck bringt. Demokratie ist mit Aufwand verbunden, auch seitens der kleinen Leute. Man muss zu seinen Überzeugungen stehen, sie begründen und darlegen. Mit einem Häkchen setzen in der Online-Petition ist das nicht getan.
Tut man dies nicht, dann entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass "die da unten" 1) ohnehin alles erdulden 2) gar kein Interesse an Mitbestimmung/Veränderung haben und 3) die Schraube immer weiter angezogen werden kann.
Im Gegenzug wird das Ohnmachtsgefühl, quasi als sich selbst erfüllende Prophezeihung immer weiter verstärkt. Ein klassischer Teufelskreis.

Seien wir froh, dass wir unsere Meinung noch öffentlich darlegen können. Wie wichtig das ist, merkt man erst, wenn es zu spät ist.

Also macht davon Gebrauch, indem ihr euch an zuständige Stellen wendet, Bedenken äußert, oder Verbesserungsvorschläge einbringt. Egal um was es geht.

Hier beim aktuellen Thema sind natürlich in erster Linie die Menschen gefragt, die es betrifft. Die Anlieger, die auf den SPNV in Erzgebirge (oder Vogtland) angewiesen sind.

Entschuldigt die kleine "Predigt", es muss manchmal raus.

MfG
MBC

#4 RE: Aufruf zum Erhalt von Eisenbahnstrecken im Erzgebirge - DSO-Link von Kramerladen 12.02.2016 21:44

Ja MBC ,predigen hilft da nicht viel,man muss die Menschen,die sich dafür
einsetzen ,das so ein Kahlschlag nicht geschied auch dazu bringen einmal für
eine Sache zu demonstrieren und ganz einfach einsteigen und mit dem Zug
fahren.Ob in der Freizeit oder an den Wochenenden oder in den Ferien,oder
noch besser zur Arbeit pendeln.
Es rentiert sich halt einfach nicht ,wenn die Züge dauernd unterbesetzt in der
Gegend umherschaukeln .
Freilich muss auch in Ballungsgebieten der Nahverkehr bezuschusst werden
aber da sitzen halt etwas mehr Fahrgäste drin und das macht doch einen
besseren Eindruck als nur leere Triebwagen bzw Züge
Ruft doch einfach eure Mitbewohner auf, die Eisenbahn zu nutzen ,es gibt keinen
besseren Weg "die da oben zu überzeugen"
Wir kaufen jeden Monat eine Mobi Card um in unseren Verkehrsverbund mit
der Bahn mobil zu sein ,und wir haben noch lange nicht alle Ecken und Städte,
die es um uns herum gibt bereist und gesehen .
Also packen wirs an und reisen wir mit der Bahn da gibts noch viel zu erleben.
Die Vogtlandbahn hat ein neues Ticket für bis zu fünf Reisenden,das solltet
ihr nutzen und fotografieren kann man auch einen Zug ,wenn er gerade
einfährt oder man ausgestiegen ist.
Denkt nach,es gibt keine bessere Demonstration als eine massenhafte.
Schönes Wochenede der Kramerladen Gerhard

#5 RE: Aufruf zum Erhalt von Eisenbahnstrecken im Erzgebirge - DSO-Link von Bw Adorf 12.02.2016 22:40

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Genau das sollte die richtige Einstellung dazu sein und deshalb geht es morgen mit dem Zug in
den Leipziger Raum. Obwohl meine drei Frauen sich wieder lieber ins 4-rädrige Mobil geschwungen hätten. Aber da müssen halt Prioritäten gesetzt werden.

#6 RE: Aufruf zum Erhalt von Eisenbahnstrecken im Erzgebirge - DSO-Link von Kramerladen 13.02.2016 08:27

Hallo Bw Adorf, ich hoffe Du kannst Dich gegen Deine 3/4 tel Mehrheit
durchstzen und nach Leipzig mit der Bahn fahren.Habe es vorigen Sommer
genossen früh um halb sechs an einem Dienstag 2 1/2 Stunden auf dem
L Hbf herum zu laufen und in Nostalgie zu schwelgen . Bin von der Tunnel-
lösung begeistert und habe auch viele Menschen pendeln sehen.
Eine sächsische Bratwurst mit Semmel und eine Flasche Bier waren
obligatorisch und haben das Hotelfrühstück vergessen lassen.
Ich bin halt immer nur in einer Stadt gewesen ,wenn man auf dem Bahnhof
war und nachgeschaut hat was da so fährt.
Um 8 Uhr gings dann gemächlich weiter mit dem Sonderzug nach Bielefeld
Gruss Gerhard

#7 RE: Aufruf zum Erhalt von Eisenbahnstrecken im Erzgebirge - DSO-Link von dampfradio 24.02.2016 13:46

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Zitat
Aber im Endeffekt ist meine Überzeugung immer noch, und da verweise ich auf die Signatur eines geschätzten Eisenbahnfreundes: Wer nicht kämpft, hat schon verloren



Und deshalb haben wir Saarländer uns beteiligt und auch an die Verantwortlichen in Sachsen ein Schreiben verfasst!

Gruß , auch von Ivie,
Erhard


Sehr geehrte Damen und Herren,

schon seit einiger Zeit dringt es auch bis in den tiefen Westen der Republik durch, dass in Sachsen ein weiterer Aderlass im SPNV geplant ist.

Trotz Klimagipfel und immer wieder geforderter Verkehrswende, werden in Deutschland immer noch viele SPNV Angebote abbestellt und Bahninfrastruktur stillgelegt oder sogar entwidmet.

Der Bus wird oft als Alternative angeboten, die Vergangenheit aber zeigt, dass ab einer gewissen Entfernung die Akzeptanz des Busverkehrs abnimmt.

Immer dort wo Bahnstrecken reaktiviert wurden erhöhten sich die Fahrgastzahlen meist über 40%.

Besonders Regionen die stark vom demographischen Wandel betroffen sind, brauchen eine gewisse Grundinfrastruktur, auch durch ÖPNV/SPNV, sonst sterben die Regionen irgendwann aus.
Die Region Erzgebirge lebt sehr vom Tourismus.
Den Touristen muss ein nachhaltiges, ökologisches Angebot zur An- und Abreise unterbreitet werden.
Es nutzt nichts wenn in den Städten (Quellgebiet) Leipzig oder Dresden ein gutes ÖPNV Angebot besteht aber im Zielgebiet kein ÖPNV/SPNV Angebot mehr vorhanden ist.

Dies gilt natürlich auch in anderer Richtug für Berufspendler.

Viele Menschen werden sich aufgrund der Entwicklung im Rentenniveau in den nächsten Jahrzehnten kein Auto mehr leisten können, andere wollen kein Auto (mehr).
Der Wohnraum in der Stadt ist knapp und teuer.
Durch eine gute Verkehrsanbindung und durch weiteren Erhalt von Infrastruktur (Ärzte, Apotheken, Sparkassen, Geschäfte für den täglichen Bedarf usw.) kann der ländliche Raum sogar wieder an Attraktivität gewinnen und prosperieren.

Der ÖPNV/SPNV muss als Daseinsfürsorge und Grundvorsorge gesetzlich verankert werden.

ÖPNV/SPNV darf aber auch nicht am Geld scheitern.
Leider sind die positiven Auswirkungen der Bahnreform aufgebraucht und es muss über eine solide Finanzierung, auch durch den Bund, nachgedacht werden.

Außerdem muss es im Bereich der Bahninfrastruktur endlich ein Bundesgesetz geben, dass vorhandene Infrastruktur vor Entwidmung schützt und das beinhaltet, dass auch (zeitweise) stillgelegte Infrastruktur gewartet und gepflegt wird, um bei einer Reaktivierung ohne hohe Kosten wieder betrieben werden zu können.
Ein Land wie Deutschland, das auf Verkehrswege angewiesen ist, kann sich eine Zerstörung der Infrastruktur nicht leisten.

Wir hoffen, dass sich die Zweckverbände und das Verkehrsministerium bewußt sind, dass ein gut funktionierender SPNV in Zusammenarbeit mit einem (Bus) Zubringersystem ein Grundpfeiler ist, den demographischen Wandel im ländlichen Raum zu meistern.

Meine Frau stammt aus dem Thüringischen Vogtland und auch dort sieht man welche Probleme vorhanden sind.

Ein GLÜCK AUF aus dem Saarland

Ivonne + Erhard Pitzius

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