#1 [CH/IT] Herbstferien in Graubünden von Stromabnehmer 04.11.2017 00:04

Hallo,

der Oktober gehört in der Zunft der Eisenbahnfotografen zu den beliebtesten Fotomonaten des Kalenderjahres. Glücklicherweise haben sächsische Schulkinder in diesem Monat ganze zwei Wochen Ferien am Stück und ermöglichen es so auch den Eltern ein wenig Herbsturlaub zu machen. Dazu bot sich in diesem Jahr gleich die erste Ferienwoche an, da mit dem Tag der Deutschen Einheit ein Urlaubstag weniger zur Komplettierung der Urlaubswoche genügte. Und an diese kann man ja auch noch beide Wochenenden hängen.

Als Urlaubsziel wurde wieder einmal Graubünden, das Land der Rhätischen Bahn erwählt und erneut im „Herzen“ des Streckennetzes nahe Filisur quartiert.

Sonntag, 01.10.17

Für Familien bietet die RhB am ersten Sonntag im Monat eine ausgesprochen günstige Alternative zu herkömmlichen Tickets. Mit dem „Familienbillet“ können zwei Erwachsene und zwei Kinder für 29 Franken einen ganzen Tag RhB fahren, die Expresszüge Bernina und Glacier selbstverständlich ausgenommen. Als Ziel wurde die Rheinschlucht um Versam-Safien auserkoren. Dazu musste in Reichenau-Tamins in den Regio nach Disentis umgestiegen werden, was auch wunderbar klappte und zur Einfahrt sogar die Sonne aus dem bis jetzt stark bewölkten Himmel strahlte. Etwas wehmütig wurde ich aber beim Passieren der Hinterrheinbrücke. Parallel zur bekannten Stahlträgerbrücke entsteht derzeit eine zweite, in moderner Ausführung gehaltene Brücke, dem dichten Verkehr geschuldet, da diesen Abschnitt neben den Regios nach St. Moritz und Disentis auch die S-Bahnen nach Thusis und Rhäzüns befahren.

In Versam-Safien ist man bereits mitten im Herz der Rheinschlucht und es bieten sich mehrere Wandermöglichkeiten. Wir entschieden uns für den kinderfreundlichen und meist im Tal verlaufenden Weg nach Valendas-Sagogn. Die Kalkfelsen der Ruinaulta, die rätoromanische Bezeichnung für „hohe Geröllhalde“, sind allgemeiner Auffassung nach vor rund 10.000 Jahren durch den Flimser Bergsturz entstanden und bilden eine teils unwirtliche aber in jedem Fall beeindruckende Kulisse, die mich irgendwie an die Kreidefelsen Rügens erinnern und auch gemeinsam mit den kleinen roten Zügen der RhB in Szene gesetzt werden kann.Da sich die Sonne inzwischen häufiger zeigte, gelang auch ein passables Bild von RE 1741 zusammen mit Rhein und einer Felswand im Hintergrund. Während die Gleise während des Wartens permanent beleuchtet wurden, verdunkelten die Wolken mal mehr, mal weniger ausgeprägt die Felsen. Erst unmittelbar bevor der Zug ums Eck bog, zogen die Schatten ab. Schön an der Strecke nach Disentis ist ja, dass hier ausschließlich mit Ge 4/4II bespannte Züge zum Einsatz gelangen. Und der Anteil werbefreier, im klassischen RhB-Rot lackierter Maschinen ist überdurchschnittlich hoch.


Ge 4/4 II 613 mit einem Regionalzug von Scuol nach Disentis zwischen Versam-Safien und Valendas-Sagogn

Nachdem einige Streckenmeter weiter noch der nächste Regio nach Disentis und ein GlacierExpress, den ich nicht wirklich auf dem Plan hatte, festgehalten wurden ging es zum Bahnhof Valendas-Sagogn. Dort lädt ein kleines, etwas alternatives Café zum Verweilen ein. Allzu lange konnte man die inzwischen fast durchgängig scheinende Sonne aber nicht genießen, denn es stand schon wieder ein Zug in Richtung Disentis an. Kurz vor dem Bahnhof durchfahren die Züge eine Galerie, die 2007 nach einem größeren Felssturz bis fast zum Bahnhof verlängert wurde, um die Bahn vor weiterem Steinschlag zu schützen. Nur wenige Minuten später kam aus der Gegenrichtung unser Zug Richtung Chur.


Auch RE 1749 hatte eine werbefreie Lok vorgespannt. Ge 4/4II 614 erreicht den Bahnhof Valendas-Sagogn

Geplant war nun das „Familienbillett“ entsprechend zu nutzen und den Rückweg nach Tiefencastel über Landquart-Klosters-Davos zu bestreiten. Die Züge aus Disentis sind auf dem RhB-Netz wahre Langstreckenzüge, da sie von der Surselva über Rheinschlucht, Rheintal, Prättigau und Vereinatunnel bis ins Unterengadin nach Scuol fahren. Also konnte man bis Klosters bequem im Zug sitzen bleiben. Dabei wäre ein Blick in den Fahrplan vielleicht sinnvoll gewesen. Ab Landquart fährt dem Zug der RE nach Davos um ein paar Minuten voraus, eine Umsteigemöglichkeit besteht dort auch, aber in der falschen Annahme, dass der Unterengadinzug der erste wäre und man in Klosters umsteigen könne, blieben wir sitzen und fuhren bis Klosters-Platz, wo aber natürlich der Zug nach Davos schon weg war. Aber es gab relativ zeitnah einen weiteren Anschluss nach Davos. Im 2h-Takt verbinden Kurzpendel die beiden beliebten Urlaubsorte. Dabei kommt ein Be 4/4-Triebwagen zum Einsatz. Mit ihrem Erstauslieferungsjahr 1971 stellen sie derzeit die ältesten im Planbetrieb befindlichen Fahrzeuge der Rhätischen Bahn dar. Nicht ganz durchdacht ist aber der Fahrplan der Pendelzüge, denn der Anschluss nach Filisur, wo wir ja zur Komplettierung des „RhB-Kreises“ hin wollten, wird um knappe drei Minuten verpasst. Da hat wohl jemand beim Fahrplanentwurf etwas übersehen.

Inzwischen war es auch schon recht duster und so verbrachte man die Zeit im Bahnhofsshop mit integriertem Bistro. Zumindest bis auch das pünktlich 19:00 Uhr geschlossen wurde. Danach ging es dann auf den Bahnsteig, wo zum Sonntagabend nicht wirklich viel los war. Immerhin konnte ich noch ein Foto der mit Werbung für den lokalen Eishockeyclub HC Davos, immerhin Rekordmeister der Schweiz mit 31 Titeln, versehenen Ge 4/4III 652 machen, die mir bei den vergangenen beiden Besuchen nicht vor die Linse gefahren war. Bald stand dann auch der Zug nach Filisur bereit und nach dem letzten Umsteigen dort war auch gleich Tiefencastel erreicht. Von der Überquerung des Landwasserviaduktes hatte man aufgrund der Dunkelheit leider nicht viel.


In Davos nix los – naja, zumindest das Schweizer Militär erwartet seine Gefreiten Montagmorgen zum Dienst. In Richtung Landquart scheint die Kaserne des jungen Soldaten nicht zu liegen. Dann hätte er in den von Ge 4/4III 652 geschobenen Zug einsteigen müssen.

Montag 02.10.17

Für diesen Tagwar die Wettervorhersage so mittelprächtig bis schlecht. Nach einem gemütlichen Frühstück offenbarte der Blick aus dem Fenster aber ein paar Wolkenlücken, also ging es fix mal runter nach Alvaneu zum Bahnhof und tatsächlich war für RE 1125nach St. Moritzausreichend Beleuchtung vorhanden. Da die Albulazüge in Filisur kreuzen, folgte nun auch gleich der RE nach Chur. Für diesen wurde Stellung an der Ranch Farsox zwischen Alvaneu und dem Landwasserviadukt bezogen. Dort kann man nicht nur im Tipi oder Kornfeld übernachten oder im Hofladen verschiedene selbst zubereitete Produkte wie Forellen aus eigener Aufzucht erwerben, man hat auch einen schönen Blick auf die Albulabahn und kann den Zug beginnend mit der Überquerung des Landwasserviaduktes an mehreren Stellen fotografieren.

Der Zug war gebildet aus einem Abe 8/12 „Allegra“-Triebwagen und einem der neuen „Alvra“-Gliederzüge.Beides sind Produkte aus dem Hause Stadler und sind die ersten Schritte der Umsetzung der „Strategie 2020“ der RhB dar, im Zuge derer in den nächsten Jahren noch mehr Triebzüge beschafft werden sollen, was vielen Elloks, wie den teils 45 Jahre alten Ge 4/4II wohl die Existenzberechtigung raubt. In dieser Fahrplanperiode haben die Allegra drei Umläufe der Ge 4/4III übernommen und teilen sich nun die Bespannung der Albulaschnellzüge. Die Alvra-Garnituren, in denen es speziell für Fotografen absenkbare Panoramafenster, anpassungsfähige LED-Beleuchtung und sogar eine (für gut befundene) Kinderspielecke mit Rutsche gibt, sollen ab dem kommenden Fahrplanwechsel um einen optisch den Allegras entsprechenden Steuerwagen ergänzt werden und den Gesamtverkehr zwischen Chur und St. Moritz übernehmen, mit Lok am St. MoritzerZugende.Die Modernisierung des Wagenparks und insbesondere die Einführung des Niederflureinstiegs sind auf jeden Fall zu befürworten. Allerdings scheint mir dadurch die Möglichkeit verloren zu gehen, die Züge nachfragegerecht zu stärken oder zu schwächen. Und Albulazüge mit 10 Wagen und mehr sind keine absolute Seltenheit.


Die moderne RhB – Allegra und Alvra als RE 1128 nach Chur zwischen Filisur und Alvaneu unterhalb der Ortschaft Schmitten

Die Wolkenlücken wurden größer, der Wetterbericht schien eine Niete gezogen zu haben. Das erweiterte die Hobbyaktivität um die nächste RE-Kreuzung in Filisur und den danach folgenden Güterzug nach Samedan. Als Motiv wurde das Schmittentobelviadukt angesteuert. Dies liegt zwar streckenmäßig nur wenig aber in der Bekanntheit meilenweit vom Landwasserviadukt entfernt, bietet aber dennoch verschiedene und sehenswerte Blickwinkel. Der Blick den Schmittentobel hinauf ist arg zugewachsen, von einer erhöhten Position hat man einen schönen Blick, aber den Bach nicht mit im Bild. Also ging es ein paar Etagen weiter höher. Der Weg zum Aussichtspunkt des Landwasserviaduktes bietet nämlich ebenfalls eine ganz passable Sicht auf den ebenfalls in einem Bogen errichteten Viadukt. Zudem gab es hier auch schon Herbstfärbung. Etwas getrübt wurde die Stimmung aber durch einen Blick zum Himmel, denn große Wolkenfelder zogen nun von Nordwesten herein und gaben somit nun doch den Meteorologen recht. Dass es mit Sonne für den etwa 15-20 Minuten nach dem RE eintreffenden Güterzug nichts wird, stand fest. Aber ob es für den RE selbst noch reichen würde,schien eine spannende Angelegenheit zu werden. Und mit etwa 30 Sekunden Vorsprung konnte der Fotograf als Sieger hervortreten, wenngleich auch schon erste vorgelagerte dünne Schleierschichten die Maximalhelligkeit vereitelten.


Das Motiv auf der Lok. Könnte man denken, aber die Brücke auf der Seitenfläche von Ge 4/4III 650 ist das deutlich bekanntere Landwasserviadukt und nicht das hier gerade von RE 1129 befahrene Schmittentobelviadukt

Da nun die Wolken Oberhand gewonnen hatten, wurde der Güterzug Güterzug sein gelassen und der Tag sollte mit Wanderungen verbracht werden. Aber wie das oft so ist, führte uns der Weg nochmal in die Nähe des Bahnhofs Filisur und es stand, selbstverständlich rein zufällig, auch der Mittagsgüterzug aus Samedan auf dem Plan. Vom Bahnhofsvorplatz Filisur aus konnte zunächst der RE nach Chur und mit mehr Brennweite der Güterzug etwas oberhalb der Ortschaft auf Chip gebannt werden.


RE 1136 konnte schon hinter den Bäumen eine Etage weiter höher beobachtet werden und hat nach Passieren des Greifenstein-Kehrtunnels gleich den Bahnhof Filisur erreicht


Nicht weit danach folgt Ge 6/6II 702 mit dem wie üblich recht langen G 5140 aus Samedan am Haken


Dienstag, 03.10.17

Auch für heute war kein Fotowetter angekündigt. Im Gegenteil, teilweise waren heftige Regenfälle für Teile Graubündens vorhergesagt. Glücklicherweise konnte ich die Familie von einem Ausflug zum Comer See überzeugen. Dort sollte es ab den Mittagsstunden Aufheiterungen geben und vielleicht kann man ja auch noch ein oder zwei Fotos auf den Chip wandern lassen. Die Hinfahrt über Albula- und Malojapass fand tatsächlich bei zweitweise ergiebigsten Regenfällen bei Temperaturen um 5°C statt. Diese ließen erst nach, als wir in das Val Chiavenna einbogen. Zur namensgebenden Stadt führt eine etwa 25 km lange Stichstrecke, die bei Colico von der Veltlinbahn Sondrio-Lecco abzweigt. Unter dem Namen „Alp Train“ existieren Planungen einen weiteren Basistunnel von Chur aus in Richtung Chiavenna zu schlagen und somit einen normalspurigen Lückenschluss zwischen der Ostschweiz und Italien herzustellen. Im Zuge dessen sollen auch Arosa, Lenzerheide, Davos und St. Moritz über Eisenbahntunnel erschlossen werden. Inwieweit diese Vorhaben des Graubündner Verkehrsdepartments realisierbar sind und auf welche Akzeptanz sie in Gesellschaft und Politik stoßen, habe ich nicht weiter recherchiert.

Von Aufheiterungen war hier, und als wir in Colico ankamen war es bereits Mittag, leider nichts zu sehen. Aber am Comer See kann man die Zeit auch ohne Bahnfotografie ganz gut herumbekommen :-) Und ganz falsch lagen die Wettervorhersagen nicht, mehr und mehr Blau kam in den Nachmittagsstunden zum Vorschein und so ging es mal fix an die Strecke. Kurz nachdem die Strecke nach Chiavenna abzweigt, wird parallel zur Straße die Adda überquert. Bis vor ein paar Jahren wurden hier noch ältere Triebwagen der Baureihe ALe 803 eingesetzt, heute bestimmen ALe 582 von Trenord das Geschehen. Nachmittags gibt es ein paar HVZ-Verstärker und so konnten binnen zwanzig Minuten zwei Züge fotografiert werden. Beim ersten nach Chiavenna entschied ich mich für eine seitlichere Perspektive, die auch wunderbar funktionierte. Für den Zug nach Colico entschied ich mich etwas spitzer zu stehen, was zwar etwas Weitwinkel bedarf, aber auch ganz nett ist. Hier spielte aber leider die parallele Straßenbrücke einen Streich, da ein Sattelschlepper unmittelbar vor, sprich neben dem Zug herfuhr und das Bild, naja, man kann es nicht anders sagen versaute.


Gibt es ein besseres Argument für die Verlagerung von Straßengüterverkehr auf die Schiene als dieses? ALe 582 029 als R 4969 nach Colico

Mittlerweile war es durch die Sonne schön warm, italienischer Herbst und so wurde noch etwas Dolce Vita am Comer See genossen. Wie schön, dass direkt am See ein kleiner Park mit Spielplatz und Café zu finden ist. Und wie schön, dass dieser nur ein paar Schritte vom Bahnhof entfernt liegt. Also dort auch noch einmal kurz vorbeigeschaut. Ein Regionalzug nach Lecco stand im Fahrplan. Vom Fahrzeugeinsatz auf dieser Strecke habe ich mir kein Bild gemacht, also war ich gespannt was kommt. Ich will nicht von Enttäuschung sprechen, aber ich hatte doch mit einem anderen Fahrzeug als auf der Nebenstrecke gerechnet.


Auch auf der Hauptstrecke nach Lecco werden ALe 582 eingesetzt. ALe 582 005 als R 5285 nach Lecco legt einen kurzen Halt im Bahnhof Colico ein

Nun wurde der Heimweg angetreten, die Route führte über den Splügenpass im Abendlicht, sehr stimmungsvoll. Und keine Wolke war mehr am Abendhimmel auszumachen. Die Wetterberichte sagten für die nächsten beiden Tage Sonne satt voraus.

Mittwoch, 04.10.17

Hmm, zwar war jetzt nicht unbedingt schlechtes Wetter, aber puren Sonnenschein hatte ich anders in Erinnerung. Viele ausgedehnte Schleierfelder bevölkerten den Himmel, blaue Abschnitte waren nicht auszumachen. Der Blick auf das Satellitenbild versprach auch keine großen Verbesserungen, so wurde ein Alternativprogramm entwickelt.

Integriert wurde aber noch ein kurzer Abstecher nach Davos. Da ich von der Bahnfahrt von vor zwei Tagen wusste, dass ein Be 4/4 zwischen Davos und Klosters pendelt, sollte auch mal ein Foto dieser Baureihe ins Archiv. Da waren die Lichtbedingungen dann sekundär.


Als Be 4/4 513 als R 1027 die Steigung zwischen Davos-Laret und Davos-Wolfgang erklimmt war es im Vergleich zu anderen Stunden des Tages noch recht hell

Gegen späten Nachmittag wurde die dicke Schleierschicht zunehmend löchriger. So konnte noch einmal kurz am Bahnhof Alvaneu für den abendlichen BerninaExpress nach Chur angehalten werden. Die Schatten wuchsen schon ziemlich lang, aber bei solch milchigen Lichtbedingungen wiegt das nicht allzu schwer.


Alle Allegras tragen Namen Bündner Ehrenbürger, der hier zu sehende ABe 3505 trägt den Namen des Malers Giovanni Segantini

Für den nächsten Tag war wieder viel Sonne vorhergesagt. Ob die Verheißung auch wirklich eintrat, folgt im nächsten Teil.

Danke für die Aufmerksamkeit
björn

#2 RE: [CH/IT] Herbstferien in Graubünden von Andreas M. 04.11.2017 16:36



Tolle Bilder. Ganz vielen Dank.



Zitat von Stromabnehmer im Beitrag #1


Der Zug war gebildet aus einem Abe 8/12 „Allegra“-Triebwagen und einem der neuen „Alvra“-Gliederzüge. Beides sind Produkte aus dem Hause Stadler [...] Die Alvra-Garnituren [...] sollen ab dem kommenden Fahrplanwechsel um einen optisch den Allegras entsprechenden Steuerwagen ergänzt werden und den Gesamtverkehr zwischen Chur und St. Moritz übernehmen, mit Lok am St. Moritzer Zugende. Die Modernisierung des Wagenparks und insbesondere die Einführung des Niederflureinstiegs sind auf jeden Fall zu befürworten. Allerdings scheint mir dadurch die Möglichkeit verloren zu gehen, die Züge nachfragegerecht zu stärken oder zu schwächen.






Ich habe kürzlich gelesen, daß die Verstärkung der Albula-Garnituren künftig weiterhin problemlos möglich sein wird. Zusätzliche herkömmliche Waggons lassen sich demnach bedarfsabhängig zwischen dem Triebfahrzeug und der Alvra-Gliedergarnitur mit Steuerwagen einfügen. In der Hauptsaison wird das auch gar nicht anders gehen. Die Traktion der Züge sollen m.W. später wieder die Ge 4/4 III übernehmen, wenn diese technisch alle entsprechend nachgerüstet wurden. Die derzeitige Bespannung mit ABe 8/12 ist - soweit ich weiß - nur eine Zwischenlösung, solange die notwendigen technischen Umrüstungen an Loks und Verstärkerwagen laufen.

mfg
Andreas M.

#3 RE: [CH/IT] Herbstferien in Graubünden von Zugmeldestelle 05.11.2017 18:16

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Hallo,

auch von mir auch ein ganz großes Dankeschön für den tollen Beitrag und die schönen Bilder!


Zitat von Stromabnehmer im Beitrag #1


Der Zug war gebildet aus einem Abe 8/12 „Allegra“-Triebwagen und einem der neuen „Alvra“-Gliederzüge. Beides sind Produkte aus dem Hause Stadler [...] Die Alvra-Garnituren [...] sollen ab dem kommenden Fahrplanwechsel um einen optisch den Allegras entsprechenden Steuerwagen ergänzt werden und den Gesamtverkehr zwischen Chur und St. Moritz übernehmen, mit Lok am St. Moritzer Zugende. Die Modernisierung des Wagenparks und insbesondere die Einführung des Niederflureinstiegs sind auf jeden Fall zu befürworten. Allerdings scheint mir dadurch die Möglichkeit verloren zu gehen, die Züge nachfragegerecht zu stärken oder zu schwächen.




Ja es ist möglich die Züge weiter mit zusätzlichen Wagen zu ergänzen.
Dies ist auch drinend notwendig, denn die Gacier-Express Züge 900, 902 und 904 aus Ri. Zermatt bekommen in Chur für die Weiterfahrt nach St. Moritz eine "Alvra"-Garnitur als RegioExpress oder InterRegio vorgespannt.
Die Folge daraus sind dann Züge, bestehend aus "minimal" 15 Wagen (ABe 8/12 + Alvra + Glacier Express), wird nun dieser Zug noch durch einen Gepäckwagen zur zusätzlichen Stromversorgung (DS Wagen) ergänzt oder ein Verstärkerwagen wird noch angehängt, wird es an manchen Stationen wie Filisur, Tiefencastel oder Thusis schon etwas eng.

Dies wird sich aber mit dem Fahrplanwechsel wieder ändern, denn dann kehrt die reine Glacier-Express Garnitur wieder zurück auf die Albulabahn und an den RegioExpress bleibt dann Platz für Verstärkerwagen oder anderes.


Zitat von Andreas M. im Beitrag #2


Die Traktion der Züge sollen m.W. später wieder die Ge 4/4 III übernehmen, wenn diese technisch alle entsprechend nachgerüstet wurden. Die derzeitige Bespannung mit ABe 8/12 ist - soweit ich weiß - nur eine Zwischenlösung, solange die notwendigen technischen Umrüstungen an Loks und Verstärkerwagen laufen.




Genau so ist es, derzeit werden Loks der Serie Ge 4/4 II und III technsich umgerüstet.
Solange jedoch nicht alle Loks umgerüstet sind bleiben die ABe 8/12 an den Gliederzügen.

Die Steuerwagen werden ebenso derzeit noch in Landquart mit Elektronik ausgerüstet.
Mit Stand August 2017 war gerade mal ein Steuerwagen der Serie 578 fertig zusammengebaut, Abnahmefahrten sollten dann im September erfolgen.


Gruß und noch einmal Danke für die Bilder!
Luca

#4 RE: [CH/IT] Herbstferien in Graubünden von Andreas M. 09.01.2018 21:35

Zitat von Abe 8/12 im Beitrag #3

Zitat von Andreas M. im Beitrag #2


Die Traktion der Züge sollen m.W. später wieder die Ge 4/4 III übernehmen, wenn diese technisch alle entsprechend nachgerüstet wurden. Die derzeitige Bespannung mit ABe 8/12 ist - soweit ich weiß - nur eine Zwischenlösung, solange die notwendigen technischen Umrüstungen an Loks und Verstärkerwagen laufen.




Genau so ist es, derzeit werden Loks der Serie Ge 4/4 II und III technsich umgerüstet.
Solange jedoch nicht alle Loks umgerüstet sind bleiben die ABe 8/12 an den Gliederzügen.






Wie die Webcam in Filisur zeigt, ist mittlerweile auch die Ge 4/4 III "644" mit den Alvra-Gliederzügen im Einsatz. Es gibt eine variable Zahl an Verstärkerwagen je nach Bedarf.

http://www.schmalspurbahn.ch/filisur/webcam/a1712311502378
(mit 1 Verstärkerwagen)

http://www.schmalspurbahn.ch/filisur/webcam/a1712250902578
(mit 2 Verstärkerwagen)

http://www.schmalspurbahn.ch/filisur/webcam/a1712261006753
(mit 4 Verstärkerwagen)



Auch die Ge 4/4 II ist wieder vor den Gliederzügen im Einsatz:

http://www.schmalspurbahn.ch/filisur/webcam/a1801071404338

http://www.schmalspurbahn.ch/filisur/webcam/a1801060901135



mfg
Andreas M.

#5 RE: [CH/IT] Herbstferien in Graubünden von Andreas M. 10.01.2018 22:16

Nachtrag:

Die Ge 4/4 III "647" ist nun auch wieder rot und ebenfalls vor den neuen Gliederzügen im Einsatz zu sehen.

http://www.schmalspurbahn.ch/filisur/webcam/m1801101603894


Damit ist die m.E. eher unschöne grüne "Recycling"-Werbelackierung verschwunden.

mfg
Andreas M.

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