#1 Mit dem Uboot von Leipzig ins Vogtland - eine bildhaftte Erinnerung an die Lokomotiven, Teil 2 von Moki 03.01.2019 15:35

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Hallo,

nun folgt der Teil 2 zum Beitrag „Mit dem Uboot von Leipzig ins Vogtland“. Wie angekündigt beginnt diese virtuelle Reise von Nord nach Süd, nun aber in der wärmeren Jahreszeit. Mir kommt es nicht nur auf die Lok und die Züge an, es geht auch um das gewisse „Drumherum“. Seht und vergleicht selbst wie es damals aussah und heute ist.


Und wieder stand ich in Reichenbach Vogtland an der Strecke mit der Kamera. Jener berühmte und für mich in jeder Hinsicht bedeutsame Ort. Heute pfeift der Wind durch den leblosen Bahnhof, leider. Am 1. Mai 1998 beschleunigt die 219 179 den RE 3306 mit Ziel Leipzig. Unmittelbar nach dem Bahnhof beginnt die letzte Steigung bis zum ehemaligen Block Linde. Noch ist der Bahnhof unverändert, beide Ausziehgleise sind noch vorhanden, rosten aber schon nutzlos vor sich hin. Später werden beide Gleise entfernt, heute gibt es nur noch den Stummel in dem gerade mal eine Lok Platz hat.


Nicht sehr weit gefahren bin ich an dem Tag um zum nächsten Motiv zu gelangen. Normalerweise ist die Fotografie auf diversen Bahnsteigen nicht so mein Ding, noch dazu auf der falschen Lichtseite. Irgendwie fiel mir an dem Tag keine andere Stelle mehr ein, also wurde das Flair vom hölzernen Bahnsteigdach in Netzschkau dokumentiert. 219 166 fährt mit RE 3307 ohne Halt durch, damals waren dort nur maximal 80 km/h erlaubt. Die Lok hatte schon die verkehrsrote Lackierung erhalten.


Ein paar Meter weiter am Bahnsteig in Richtung Plauen sah es am 13.4.1998 so aus. Dank Philipp weiß ich auch, dass die Fabrik im Hintergrund die alte Jutespinnerei war, im Volksmund nur die „Jute“ genannt. Acht Jahre nach der Wende ratterten dort keine Maschinen mehr. Aber dafür das Uboot mit Nummer 219 075 und dem RE 3305 am Haken. Orientrot mit weißem Latz, Farbvariante drei ist somit gezeigt.


Wer kennt nicht dieses alte ehemalige Bahnwärterhaus zwischen Limbach und Herlasgrün? Klar stand dort schon fast jeder Leser im Forum und hat mitunter Bekanntschaft mit dem … Bewohner gemacht. Farbvariante vier ist mit der 219 047 zu sehen, eigentlich ist die neben der ursprünglichen in gelb und rot die wohl gelungenste, sie passt zu der Lok wie ich finde. Zum Monatswechsel April – Mai 1998 war das Wetter wunderbar wie man sieht, so stand ich an dem 30.4.1998 dort um den RE 17242 abzupassen.


Auch gegenüber von der Ortschaft Christgrün ist eine sehr bekannte Stelle zum Fotografieren. Es war am 23.7.2000, das Licht stand zur Mittagszeit sehr hoch und geschwitzt hab ich ganz bestimmt nachdem ich mich durch den meterhohen Mais gekämpft hatte. Der Sonnenschein war bei den vielen Quellwolken am Himmel absolut keine Selbstverständlichkeit. Die 219 046 trug zwar noch ihre alte Farbgebung, aber sehr gut sah sie damit wahrhaft nicht mehr aus. Ein paar Jahre blieben die Züge samt ihren Nummern unverändert erhalten, der hieß auf jeden Fall 17244.


Ruppertsgrün ist gleich nebenan. Die Strecke bietet auf den wenigen Kilometern viele Motive. Leider verschwindet die Dorfkirche ein wenig hinter den frisch gewachsenen Blättern der Bäume. Wieder ist es 219 047, die am 20.5.2001 ein wenig Musik den Bewohnern liefert.


Kurz nach dem Haltepunkt Ruppertsgrün erstreckt sich eine Kurve. Vom Knorrspöhl hat man abends eine schöne Aussicht auf die Strecke. Der Schatten von den Bäumen lädt zum Verweilen und Ausruhen ein. Jedoch ist ein wenig Wachsamkeit gefragt wenn man den Zug aufnehmen möchte. 219 025 durcheilt am 20.5.2001 das Vogtland, am Haken hatte sie den RE 17251.


Selber Tag wie vorhergehendes Bild nur ein paar hundert Meter in Richtung Plauen gelaufen. Malo schrieb immer von Motivbewirtschaftung, die hab ich offensichtlich auch betrieben, aber nur unmittelbar vor meiner Haustüre. 219 047 ist unterwegs mit dem abendlichen RE 17250 auf der Fahrt von Plauen zur Messestadt Leipzig. Der Wonnemonat Mai verleiht dem Bild durch die blühenden Hecken den entsprechenden Ausdruck.


Jocketa und Elstertalbrücke hatte ich im Teil 1 schon gezeigt. Jößnitz noch nicht, deswegen dieses Bild vom 17.3.2002. Lok und Wagenzug zeigt sich perfekt im neuen Farbschema. Auch die 219 078 war schon in den so genannten „Farbtopf“ gefallen. Wer sich mit der Materie Uboot etwas auskennt wird sich sofort an die Geschichte um deren Aufarbeitung bei den Regental Fahrzeugwerkstätten in Viechtach erinnern. Die Lok sowie 219 087 wurden dort im Jahr 1991 aufgearbeitet und orientrot mit großem weißem Latz sowie hellgrauem Rahmen und Dach lackiert. 2002 war davon nichts mehr zu sehen weil die Lok anlässlich einer nächsten großen Frist ihren letzten Anstrich bekommen hatte. Die schöne Bogenbrücke musste einem Neubau aus Beton anlässlich der Elektrifizierung weichen.


Noch ein Bild aus Jößnitz. Zu sehen ist die 219 025 mit RE 17243. Im Frühjahr 2000 trug sie noch die schöne rotweiße Lackierung, ein Jahr später war sie hingegen schon verkehrsrot.



Etwas schwierig umzusetzen war die Brücke über den Rosenbach bei Straßberg, noch dazu in der Jahreszeit wo das Laub an den Bäumen so manchen Blick versperrt. Aber lieber das Bild wie gar kein Bild dachte ich mir. 219 177 wirkt mit ihrem frischen roten Lack in der vom Grün dominierten Landschaft wie ein Bonbon. Das Bild entstand am 10.8.1998, in dem Jahr tauchten die ersten Lokomotiven dieser Baureihe in Verkehrsrot auf. Die baufällige Brücke ist später durch einen freitragenden Neubau aus Stahl ersetzt worden.


Überleitstelle Pirk am 13.4.1998. Es ist purer Zufall, dass auch die 219 177 mit RE 3303 daher kam.


Bahnhof Oelsnitz im Vogtland sollte nicht fehlen. Dort hat sich bis auf Lok und Wagenzug sehr wenig verändert. Nach kurzem Halt fährt die 219 025 mit RE 17247 in Richtung Adorf weiter. (21.7.2001)

#2 RE: Mit dem Uboot von Leipzig ins Vogtland - eine bildhaftte Erinnerung an die Lokomotiven, Teil 2 von Bw Adorf 03.01.2019 19:31

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Wie gewohnt super Bilder des RE-Verkehrs im Vogtland. Im Bahnhof Oelsnitz ist auch so mancher Gleisstummel nicht mehr befahrbar bzw. gesperrt (zur Kopfladerampe) oder als Ladegleis bereits entfernt, wie das an der Seitenladerampe der Hartsteinwerke. Aber insgesamt betrachtet hast du schon recht, selbst in 2019 hat Oelsnitz im Verhältnis zu anderen vogtländischen Bahnhöfen einen doch noch beachtlichen Gleisumfang und Güterumschlag zu verzeichnen.

#3 RE: Mit dem Uboot von Leipzig ins Vogtland - eine bildhaftte Erinnerung an die Lokomotiven, Teil 2 von MBC 04.01.2019 20:27

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Guten Abend Moki,

auch der zweite (und dritte) Teil Deiner 219-Serie sind eine Augenweide.
Sie zeigen bestens bekannte Loks in schöner Landschaft. Leider habe ich sie damals vor der Haustür nur relativ unbedarft festgehalten.
Im Vogtland habe ich dann ein halbes Jahrzehnt später zumindest noch die 218-Einsätze zufriedenstellend dokumentiert.
Aber eine 219 ist für mich schon was anderes! Ob es an der frühkindlichen (D)DR-Sozialisation liegt? Wer weiß ...
(Und 23x hat sowieso jeder ... ;))

Am 20. Mai 2001 bin ich "U-47" auch zufällig begegnet:


Dieses Bild entstand zeitlich zwischen Bild 6 und 7 aus Mokis Beitrag. Eine 346 zog die Wagen aus der Leipziger Bahnhofshalle, und 219 047 folgt ins Freie. Wie wir in Bild 8 oben sehen, wird sie auch die Folgeleistung in Richtung Vogtland übernehmen.
Neben den zwanzig 229ern erhielten auch elf 219er diese ansprechende Lackierung. Nur zwei davon erhielten dann nochmals eine Revision mit
verkehrsrotem Anstrich im Jahr 2000. Das waren 219 025 und 197. 219 047 hat zu diesem Zeitpunkt nur noch knapp vier Wochen, ehe sie aus dem aktiven Geschäft für immer aussteigen wird.


An diesem Tag unternahmen wir auch eine Stippvisite ins Werk Leipzig Hbf Süd.
Die von Moki in Teil 1 noch aktiv gezeigte 219 004 war bereits gut zwei Monate auf "z", aber noch nicht ausgemustert.
Sie musste nicht mehr den Gang zum Schrotti nach Espenhain oder Köln antreten, sondern wurde im Dezember 2002 direkt im Heimatwerk zerlegt.

MfG
MBC

#4 RE: Mit dem Uboot von Leipzig ins Vogtland - eine bildhaftte Erinnerung an die Lokomotiven, Teil 2 von Moki 05.01.2019 12:11

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Hallo Markus,

sehr interessant was du an zusätzlichen Informationen beigesteuert hast. Die 219er aus Leipzig waren zum großen Teil ex Chemnitzer. Auch die 025 war eine solche Lok. Es ist schon verwunderlich, wenn nach so kurzer Einsatzzeit Lokomotiven einfach verschrottet werden. Gerade die 025 stand wegen eines Brandes von 1986 bis 1993. Also sehr viele Kilometer dürfte sich nicht erbracht haben.

Gruß nach Chemnitz,
Moki

#5 RE: Mit dem Uboot von Leipzig ins Vogtland - eine bildhaftte Erinnerung an die Lokomotiven, Teil 2 von MBC 05.01.2019 18:08

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Hallo Moki,

die 229-farbenen 219er waren meistens solche Langzeitsteher, die jahrelang im Raw als Ersatzteilspender ihr Dasein fristeten.
219 025 entging ja 2002/03 zunächst dem Verschrottungswahn.
Mitte 2003 stand sie noch im Leipziger Rundhaus (Süd) und wurde dann nach Rumänien überführt.
Dort stand sie noch bis 2011(?) im Einsatz.
Wie neulich im gelben Forum stand, sind wohl auch dort mittlerweile alle zwölf 219er verschrottet worden. Abgestellt schon länger auf jeden Fall.

MfG
MBC

#6 RE: Mit dem Uboot von Leipzig ins Vogtland - eine bildhaftte Erinnerung an die Lokomotiven, Teil 2 von lokpaul 05.01.2019 21:20

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Auch im Erzgebirge wurden damals U-Boote gesichtet...

#7 RE: Mit dem Uboot von Leipzig ins Vogtland - eine bildhaftte Erinnerung an die Lokomotiven, Teil 2 von br233 05.01.2019 21:33

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.......jaaaaaa, die Edel - U-Boote befuhren die Nebenbahnen des Erzgebirges.
Im Rahmen der Personalschulungen für die IR's nach Erfurt fuhr man 1994 auch ins heimatliche Stollerg.
Muß die Aufnahmen mal raussuchen. War schon irre, ne 229 für 2 Bghw. Über 3000PS für zwee Schschteln.

Schien Ohmnd

#8 RE: Mit dem Uboot von Leipzig ins Vogtland - eine bildhaftte Erinnerung an die Lokomotiven, Teil 2 von Moki 05.01.2019 21:36

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Ich hab nur ein einziges Mal eine 219 in Rumänien fotografiert. Sie stand mit 651 001 in Fieni, bezeichnet war sie als V200 01. Ich weiß leider nicht, welche reelle Loknummer hinter der Bezeichnung steckt. Die Aufnahme entstand am 27.4.2011, ich hatte dieses Bild schon einmal veröffentlicht. Es gibt aber auch Sichtungen aus Oradea sowie anderen Orten.



Gruß Moki

#9 RE: Mit dem Uboot von Leipzig ins Vogtland - eine bildhaftte Erinnerung an die Lokomotiven, Teil 2 von Mario 05.01.2019 21:44

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es war die 219 043-7

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