#1 Reise durch Europa (Reisebericht/Fototour) Teil 1 - Berlin - Budapest - Split (m.v.B.) von nicks_bahnbilder 31.12.2019 14:44

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Guten Tag,

Als Rückblick auf das Jahr 2019 zeige ich einen Reisebericht meines Haupturlaubes diesen Jahres: Anfang des Jahres hatten wir (luriche und ich) eine ziemliche Schnapsidee: Eine fast dreiwöchige Reise durch halb Europa, um so viele unseren selbst gestecken Ziele wie möglich auf einer Tour mitzunehmen. Aus der Schnapsidee wurde langsam ein fester Plan, auch wenn wir einen Teil am Ende noch wegstrichen, kam trotzdem eine Tour mit zwei Wochen Länge durch sechs Länder zustande. Für mich war das ganze nochmal besonders aufregend, da ich vorher noch nie lange Strecken mit dem Zug gefahren bin. Auch eine zweiwöchiger Urlaub war für mich was neues, aber es war auf jeden Fall ein sehr cooles Erlebnis. Zur Route komme ich jedoch an gegebener Stelle noch einmal. Unsere Tickets bestellten wir über die Agentur "Gleisnost" (Ein sehr schönes Wortspiel übrigens) aus Freiburg im Breisgau. Dadurch wurde es zwar etwas teuerer, da natürlich noch die Bezahlung der Agentur hinzu kam, jedoch ersparte es uns extrem viel Arbeit. Alles hat super funktioniert, alle unserer Wünsche wurden umgesetzt und auch sonst hat alles funktioniert, deshalb kann ich "Gleisnost" nur empfehlen.

Los ging es für uns am Montag den 26. August 2019 um 5:44 Uhr in Dresden Hbf. Die frühe Abfahrt war notwendig, da wir in Berlin noch den legendären Ostbahnknicker auf der Hinfahrt nach Küstrin mitnehmen wollten.

IC 2078 Dresden Hbf [5:44] - Berlin Hbf (tief) [7:41]

Pünktlich 5:44 Uhr verließen wir nun Dresden Hbf, wir würden ihn erst in zwei Wochen wiedersehen. Auch wenn der DB Navigator eine hohe Auslastung für den Zug angekündigt hat, so hatten wir trotzdem kein Problem, zwei Sitzplätze zu finden. Die Fahrt war so ereignislos, wie eine Fahrt von Dresden nach Berlin nun mal ist. Zu unserem Glück erreichten wir pünktlich den Berliner Hauptbahnhof. Ich sage zu unserem Glück, da wir nur 7 Minuten Umsteigezeit zur S-Bahn Richtung Hoppegarten hatten, und diese mussten wir auch nehmen, um den Ostbahnknicker überhaupt zu schaffen. Das heißt 7 Minuten, um von ganz unten nach ganz oben zu kommen sowie noch eine Tageskarte ABC zu kaufen. Es lief aber alles glatt, und zur Planabfahrtszeit der S5 standen wir am Bahnsteig mit unserem entwerteten Ticket in der Hand. Doch wer war nicht da? Die S5 natürlich. Mit 5 Minuten Verspätung erreichte sie den Hauptbahnhof nun, und wir setzten uns in Bewegung Richtung Ostbahn. Die S5 fährt im "Bundesland" Berlin im 10-Minuten-Takt, außerhalb Berlins jedoch nur alle 20 Minuten. Unsere S-Bahn war natürlich genau die, die nur bis Hoppegarten fährt, weshalb wir den Knicker in Birkenstein umsetzen wollten. Dort kamen wir auch rechtzeitig an, denn vom Knicker war noch nichts zu sehen. Damit begann also das Warten, der Knicker musste schon Verspätung haben. Doch das Warten war dann kürzer als gedacht, als der Knicker langsam in der Ferne auftauchte. Leider war es noch bewölkt, weshalb das Bild nicht allzu gut wurde. Des Beleges halber möchte ich es an dieser Stelle trotzdem zeigen:


DB Schenker Rail Polska 232 045 mit GB49459 Seddin - Küstrin in Birkenstein - 26. August 2019 08:44 Uhr

Nach der Durchfahrt fuhren wir mit der S5 wieder zurück in die Stadt. Währenddessen überlegten wir uns einen Plan, wie wir die Zeit bis zur Abfahrtszeit des EuroNight nach Budapest verbringen. Im Endeffekt kam dann folgendes dabei raus:
Wir brachten unser Gepäck, welches wir vorher auf Grund des Zeitmangels noch nicht abgeben konnten, in ein Schließfach. Erst wollten wir das in Berlin Charlottenburg machen, da dies der Startbahnhof des EN ist. Problem dabei war nur, dass Charlottenburg keine Schließfächer hat, also brachten wir das Gepäck nach Südkreuz. Danach ging es nach Lichtenberg, um ein paar Tatras in der Schleife nahe dem Bahnhof zu fotografieren. Auf Grund von Bauarbeiten wurde die M17 nach Lichtenberg umgeleitet, auf welcher noch Tatras verkehren. Stellvertretend hierfür zeige ich dieses Bild:


KT4D-Doppeltraktion der BVG als umgeleitete M17 in der Gleisschleife S+U Lichtenberg/Gudrunstraße - 26. August 2019 12:30 Uhr

Auch Neubaufahrzeuge wurden angetroffen, so wie dieser Zug auf der planmäßig verkehrenden 27:


BVG GT6N 2219 als 27 in der Gleisschleife S+U Lichtenberg/Gudrunstraße - 26. August 2019 12:28 Uhr

Danach ging es wieder an die Ostbahn, diesmal jedoch mit der RB26 der Niederbarminer Eisenbahn.

RB26 (5156) Berlin-Lichtenberg [12:38 +4] - Straußberg [12:57 +3]

Da wir nur jeweils eine Tageskarte Berlin ABC gekauft hatten, konnten wir nur bis Straußberg fahren. Dort war dann wieder erst einmal Warten angesagt. Bevor als der Knicker wieder kam, wurde erst einmal noch der Planverkehr aufgenommen, wodurch die Wartezeit nicht ganz so lang war, doch trotz dessen mussten wir uns ordentlich mit Sonnencreme einschmieren.
Nach ca 2 Stunden des Wartens war es jedoch soweit, die Schranken des BÜs an der östlichen Bahnhofseinfahrt schlossen sich und zurück kam der Ostbahnknicker, diesmal mit mehr Licht, aber trotzdem nicht ganz zu meiner Zufriedenheit.


DB Schenker Rail Polska 232 045 mit GC49904 Küstrin - Seddin - 26. August 14:35 Uhr

Nach einem kurzen Besuch der Straußberger Eisenbahn mit Belegbild des noch verkehrenden Tatras ging es mit der NEB wieder gen Berlin.

RB26 (5170) Straußberg [15:05] - Berlin Ostkreuz [15:28]

Beim Ausstieg am Ostkreuz ist mir dann noch ein Missgeschick passiert, welches ich jedoch dummerweise nicht sofort mitbekam, doch dazu später mehr. Mit der S-Bahn ging es dann über den südlichen Innenring über Neukölln bis zum Südkreuz. Unsere Hoffnung war, dass in Neukölln der tägliche Kaffeecontainerzug bereit stand, doch er war noch nicht mal aus dem Ausschluss herausgezogen wurden. Beim Ausstieg in Südkreuz bemerkte ich dann das Fehlen meines Mobiltelefons. Nach kurzem Überlegen wurde mir klar, dass ich es beim Aussteigen im NEB-Hai liegen lassen haben musste und eine kurze Ortung des Gerätes bestätigte dies. Rotz. Und so mussten wir all unsere Pläne für den Rest des Tages wieder über Bord werfen. Als Erstes rief ich bei der Kundenhotline an und erklärte mein Problem. Uns war aber klar, dass wir erstmal nichts tun konnten außer alles Andere, was wir noch machen wollten, schon vorher zu machen und bei der Rückankunft des Zuges auf Küstrin noch einmal das Zugpersonal fragen, ob diese was gefunden haben. Also gingen wir einkaufen, holten unser Gepäck und fuhren nach Charlottenburg, wo wir in den Zug einsteigen sollten. luriche blieb mit all unserem Gepäck dort und stieg dort in den Zug ein, während ich mich ein weiteres Mal zum Ostkreuz begab und dort auf die RB26 wartete. Die ganze Sache war nicht gerade ungefährlich, denn zwischen der Ankunft der RB26 in Ostkreuz 18:28 Uhr und der Abfahrt des EN am Ostbahnhof 18:51 lag nicht so viel Zeit. Der Zeitraum klingt zwar erstmal nicht unproblematisch, aber die RB26 ist ziemlich Verspätungsanfällig und ich musste auch noch mit der S-Bahn zum Ostbahnhof kommen. Im Endeffekt lief aber alles glatt: Das Zugpersonal der RB26 hatte nichts gefunden und ich war noch rechtzeitig für den EN am Ostbahnhof. Dies war nicht der Start, den ich mir in den Urlaub gewünscht habe, schon am ersten Tag mein Handy zu verlieren. Im Übrigen hat sich das Handy auch nicht mehr gefunden, es war also endgültig weg, da ich es auch nicht mehr orten konnte. Auch auf die Fahrt im EN über die Stadtbahn hatte ich mich gefreut, auch die ist für mich ins Wasser gefallen. Und der nächste Schlag kam sogleich: Während des Augustes hatten die Schlafwagen der Gattung WLABmee der WSBA öfters Ausfälle der Klimaanlage und so war auch unser Schlafwagen heute nicht vorhanden. Stattdessen wurde ein weiterer Liegewagen der Gattung Bvcmz auch von WSBA eingereiht. Aber auch etwas Glück im Unglück hatten wir, denn wir hatten eines der drei Deluxe-Abteile des Wagens zugewiesen bekommen, wenigstens etwas. Und im Nachhinein war es fast schöner in diesem Wagen zu fahren, da wir extrem viel Platz hatten und auch die Fenster noch komplett geöffnet werden konnten.

NJ457/EC271 Berlin Ostbahnhof [18:53] - Budapest-Nyugati [08:35 +145]


Deluxe-Abteil im Liegewagen als Schlafwagenersatz im NJ457 während dem Halt in Wrocław Główny - 26. August 2019 22:50 Uhr

Die Nacht verlief relativ ruhig, auch wenn ich in Polen öfters mal das Gefühl hatte, wir würden gleich entgleisen. Das erste große Rangieren in Bohumín nahm ich nur so halb wahr. Als ich dann Aufwachte, als es hell war, merke ich sogleich, dass irgendetwas nicht stimmte. Trotz dass es schon hell war, standen wir noch immer in Břeclav, obwohl die Planabfahrt schon 04:59 Uhr hätte sein sollen. Irgendwann fuhren wir dann wieder los, aber in die falsche Richtung! Dieses Losfahren stellte sich aber als Rangierfahrt heraus, denn wir wurden außerplanmäßig an den ersten EuroCity "Metropolitan" nach Budapest angehängt, welcher erst 06:59 Uhr ab Břeclav fährt. Dies brachte auch mit sich, dass wir statt an unserem eigentlichen Ankunftsbahnhof Budapest-Keleti nun in Nyugati ankommen werden. All dies war für uns jedoch kein Problem, da wir genug Zeit und sowieso noch keine Pläne für die Freizeit in Budapest hatten. Dadurch nahm kam der EC271 "Metropolitan" auch auf eine stattliche Länge an: Zu den planmäßigen 8 Wagen kamen noch die 4 Kurswagen aus Warschau sowie die 3 aus Berlin hinzu. Die Kurswagen aus Prag sind anscheinend planmäßig 04:59 Uhr ab Břeclav gefahren. Mit seinen 15 Wagen hat der Zug an so gut wie keinen Bahnsteig mehr gepasst. Aber die Verspätung hatte auch etwas Gutes, so konnten wir dem Speisewagen, der im 271 eingereiht ist, zum Frühstück noch einen Besuch abstatten. Der EN hat ja nun keinen.

[[File: Bild 4 3.jpg|none|fullsize]]
EC271 "Metropolitan" mit den verspäteten Kurswagen des EN477 "Metropol" bei der Ausfahrt aus Bratislava hlavná stanica - 27. August 2019 08:08 Uhr

Irgendwann kamen wir dann in Budapest-Nyugati an. Von dort fuhren wir mit den Metro-Linien 3 und 1 nach Keleti und dann mit der Linie 4 nach Kelenföld. Dort nahmen wir einen Regionalzug in Richtung Balaton, da wir der Balatonnordstrecke noch einen Besuch abstatten wollten.

Sz3524 Kelenföld [11:50] - Székesfehérvár [12:40]

Auf der Fahrt nach Székesfehérvár merkten wir jedoch, dass ein Besuch der Balatonnordstrecke fast keinen Sinn macht: Es war bewölkt, ordentliche Fotostellen konnten wir von den Bahnhöfen nicht schnell genug erreichen und Zeit wäre sowieso nur recht wenig. Angekommen in Székesfehérvár stellten wir weiterhin fest, dass der Bahnhof keine Schließfächer besitzt. Das finde ich für eine Stadt dieser Größe ehrlich gesagt schwach. Also musste die nächste Planänderung her. Wir fassten einen Entschluss. Wir fahren zurück nach Budapest und steigen schon dort in den Nachtzug nach Split ein. Während unseres einstündigen Aufenthaltes in Székesfehérvár kam auch kein einziger Güterzug vorbeigefahren. Als Beleg für unseren Besuch habe ich also nur dieses Bild einiger abgestellter Fahrzeuge in Székesfehérvár:


Abgestellte Loks in Székesfehérvár: Kárpát Vásut 628 069, MÁV M28 1003, MÁV 628 271 - 27. August 2019 12:49 Uhr

Wir wollten in Ungarn unbedingt mit den Wagen der Bauart Halberstadt, Gattung By fahren. Für die Rückfahrt suchten wir uns als einen Zug aus, der aus diesen gebildet ist. Folglich kam nur der Gy 845 aus Nagykanizsa in Frage. Für den mussten wir uns zwar noch eine Reservierung kaufen (Die sind im Interrail-Pass nicht inbegriffen), aber die kostete nur lächerlich billige 142 Forint. 142 HUF sind umgerechnet nach aktuellem Kurs gerade einmal 43 Cent. Jedoch ist das keine feste Sitzplatzreservierung, sondern nur etwas in der Richtung Schnellzugzuschlag. So richtig verstanden habe ich es nicht, aber bei 43 Cent will mal nicht so sein.

Gy845 Székesfehérvár [13:37 +24] - Budapest-Déli [14:24 +21]

Der Zug war praktisch zu so gut wie 100% ausgelastet und wir fanden nur noch Platz auf zwei Klappsitzen im Fahrradwagen an der Spitze. Die Fahrt bis Budapest ging trotz dessen sehr schnell vorbei, was vor allem am guten Ausbauzustand der Strecke liegt. Nur kurz vor Kelenföld standen wir ein paar Minuten auf freier Strecke. Aber auch mal wieder mit y-Wagen zu fahren war auch sehr schön. Sofort bei der Ankunft in Déli wurde mir klar, dass dieser der drei Kopfbahnhöfe mit am wenigsten gefällt. Wir hatten ja nun an einem Tag schon alle drei erlebt. Wir machten noch ein paar Bilder, wie zum Beispiel dieses des Gy 204:


433 227 mit Gy/IC204 "Agram" nach Zagreb Glavni kolodvor im Startbahnhof Budapest-Déli - 27. August 2019 15:17 Uhr

Kurz darauf wurden wir von einem Bahnmitarbeiter mehr oder weniger verständlich darauf hingewiesen, dass das Fotografieren nicht gestattet ist und wir einen Abflug machen sollten. Wir wussten zwar nichts davon, dass dies so sein, wollten uns aber auch nicht mit ihm anlegen, vor allem, wenn wir seine Sprache nicht sprechen, und verzogen uns deshalb. Und was macht man, wenn man in Déli nicht fotografieren darf? Man fährt nach Keleti und fotografiert dort weiter. Gesagt getan, ab in die Metro und nach Keleti. Gute Bilder kamen dort leider nicht mehr so richtig zu Stande. Wir deckten uns dann noch in einem Spar und bei "MCn" auf dem Bahnhofsvorplatz ein und warteten auf die Bereitstellung des "Adria". Circa eine Stunde vor Abfahrt wurde er dann in den Bahnhof geschoben und wir stiegen sogleich ein. Der Schlafwagenbetreuer konnte zwar nur Bruchstücke Englisch, aber war nett und hatte kein Problem damit, dass wir schon in Keleti einstiegen, obwohl unsere Reservierung erst ab Székesfehérvár gilt. Für mich war dies zu gleich die erste Fahrt mit einem Bautzner WLAB und ich muss sagen, die sind schon echt klasse, auch wenn man den Nostalgiefaktor außen vor lässt. Im Waschbeckenschrank wurden zudem USB-Buchsen nachgerüstet, von welchen eine nicht funktionierte. Und auch die andere funktionierte nur, wenn der Zug sich bewegte, da der Strom anscheinend direkt vom Achsgenerator kommt. Wir hatten trotzdem keine Probleme mit der Stromversorgung.

Gy/B1204 "Adria" Budapest-Keleti [18:55] - Split [08:37]

Pünktlich auf die Minute verließen wir Budapest-Keleti. Wir genossen die Fahrt durch Budapest am offenen Fenster und machten das ein oder andere Bild von vorbeifahrenden Zügen, so wie zum Beispiel dieses hier bei der Ausfahrt aus Kelenföld:

[File:Bild 7.jpg|none|fullsize]]
ÖBB 1116 013 steht mit einem Güterzug in Kelenföld - 27. August 2019 19:13 Uhr

Danach ging es weiter durch die Ungarische Steppe über Székesfehérvár und vorbei am Balaton. Den Balaton aus dem Zug bei Sonnenuntergang am offenen Fenster anzuschauen war schon atemberaubend. Eigentlich wollten wir bis zur ersten Grenzkontrolle in Gyékényes wach bleiben, aber ich schlief schon vorher mal ein. Die Grenzkontrollen waren für mich die Ersten seit dem ich mich erinnern kann, als EU-Bürger kommt man ja nicht allzu oft in den Genuss von Grenzkontrollen. Aber sowohl auf ungarischer Seite sowie auch auf kroatischer Seite in Koprivnica lief alles ohne Probleme ab. Es dauerte auch nicht lange, bis ich wieder einschlief. Ich hatte das Obere unserer zwei Betten in Beschlag genommen und bei offenem Fenster ist das auch nochmal was komplett neues. Gegen zwei Uhr war ich dann mal wach und bekam mit, wie wir in Ogulin ankamen und die Lok gewechselt wurde. Von nun an waren wir wieder an der Spitze des Zuges und es ging flott weiter gen Split. Irgendwann nachts musste ich das Fenster dann doch schließen, denn gerade bei der Überquerung des Malowan-Pass wurde es doch zu kalt. Ich muss aber auch sagen, dass mich die Geräusche der Lok nicht gestört haben. Irgendwann kurz vor Sonnenaufgang wachten wir dann auf, denn wir wollten uns anschauen, an welchen Fotostellen unser Zug schon komplett ausgeleuchtet war, sofern er pünktlich war. Wir waren übrigens pünktlich. Ich kaufte mir beim Schlafwagenbetreuer, der seine Uniform schon gegen "Zivilkleidung" getauscht hatte, eine heiße Schokolade und sofort schauten wir wieder aus dem Fenster. Die Landschaft haute mich um. Dieses aus dem Zug schauen, die Sonne geht auf, und die Landschaft mit nur wenigen Ortschaften war eine der schönsten Sachen, die ich seit langem gesehen habe. Irgendwann wachte auch der Rest des Zuges auf und wir näherten uns der Adria. Die Kreuzung mit Pu5502 nach Perković fand pünktlich in Kaštel Stari statt, weshalb wir ebenjenen Bahnhof nicht auf dem durchgehenden Hauptgleis durchfahren konnten. In Split Predgrađe legten wir auch noch einen kurzen Zwischenstopp ein, denn wir mussten noch mit dem ICN520 nach Zagreb kreuzen. Auch das passierte püntklich, somit kamen wir auf die Minute genau 08:37 Uhr in Split an und ich muss sagen, dass diese Zugfahrt die bis jetzt schönste war, die ich je hatte. Die Wagen, die Landschaft...es passt einfach alles. Die Route kann ich nur jedem empfehlen.


Das Empfangsgebäude von Perković - 28. August 2019 07:33 Uhr


Die Adria und der Ort Plano gesehen aus B1204 - 28. August 2019 08:02 Uhr


Blick aus dem Fenster auf Kaštela - 28. August 2019 08:15 Uhr

Im Bahnhof Split wurde noch schnell ein Bild unseres Zuges gemacht. Wir schaften das auch nur sehr knapp, denn die Lok wurde in Windeseile abgekuppelt und setzte um.


HŽPP 2042 028 kurz nach Ankunft mit B1204 "Adria" aus Budapest Keleti in Split - 28. August 2019 08:42 Uhr

Die hier war "unser" Waggon:


Bautzner Schlafwagen der Gattung WLAB: H-START 51 55 70-80 002-6 - 28. August 2019 08:45 Uhr

Danach ging es direkt zur Autovermietung. Wir haben vor Beginn des Urlaubs bei Oryx Rent a Car einen VW Up gebucht, wir nutzten dafür die Filiale direkt am Bahnhof, welche wir nach kurzem Suchen auch fanden. Vor der Autovermietung hatte ich etwas Respekt, da ich letztes Jahr beim Mieten eines Autos in Budapest eine ziemlich schlechte Erfahrung gemacht hatte. Doch hier lief alles glatt: Der Vermieter in der Filiale konnte fließendes und verständliches Englisch und so kamen keine Probleme auf. Nach nicht mal einer Stunde hatten wir das Auto und es konnte losgehen. Ab hier geht es aber im zweiten Teil weiter, in welchem es um unsere Tage in Split sowie die Rück- bzw. Weiterfahrt über Budapest in Östlichere Gefilde geht. Vielen Dank jedem, der sich diese Mauer aus Text komplett durchgelesen hat :)

#2 RE: Reise durch Europa (Reisebericht/Fototour) Teil 1 - Berlin - Budapest - Split (m.v.B.) von Claus Wolf 04.01.2020 21:35

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Nabend,

sehr schöner Bericht.

Uns steht auch in 2020 eine Reise durch (immerhin) 4 Länder ins Haus. Darf man denn fragen, was so ein Gleisnost-Ticket kostet? Ist das günstiger als Interrail?

Viele Grüße

CW

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