#1 218 217 zum Zweiten von malo 26.11.2020 21:16

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Grüß Gott,

den Reaktionen nach zum ersten Teil über den „Indianer“ 218 217 kann es hier wohl damit weiter gehen.


#01
Schönberg/Vogtland war mit Freunden gleich im Januar 1990 besucht worden. Und da war man sich einig: in diesem Bahnhof konnte motivlich ein Fass aufgemacht werden!
Lohnenswert von den Einfahrt- bis zu den Ausfahrtsignalen, zu allen vier Jahreszeiten, und aufgrund Lage ganztägig immer gut ausgeleuchtet. Und so wurde das auch in
den folgenden Jahren gehandhabt. Grob gesagt: wär es ein eigenes Thema. Zeigen was man von dort von/bis anfertigen konnte.
Kommt Zeit kommt Galerie.
Hier oben ist es der IR2664 welcher am 5.März 1994 mit unserer begehrten Lok aus Plauen/Vogtland heranzieht. Kurz zuvor war 232 240 mit der hinten dran hängenden
218 009 (siehe Galerie zu dieser Lok von vor wenigen Wochen…) an mir gen Plauen vorbeigerauscht. 218 009 hing dabei am Zugschluß.


#02
Und noch ein zweites Bild gemacht.
Bis zum Wiedersehen mit 218 217 am späten Nachmittag verdingte ich mich an den Strecken Schönberg – Schleiz mit Aufnahmen um Schleiz, Burgk, Möschlitz,
und dem Zug nach Hirschberg/Saale in Unterkoskau und Göttengrün-Gefell. Alles stressfrei und alles längst historisch. Auch das geschaffene Material dazu gehörte
längst gezeigt. Begeistert würden sicher manche reagieren, wenn das Zeug von dieser Zeit und der Saalburger Strecke digitalisiert hier erscheinen würde. 218 217
an diesem 5.3.1994 war also nur das Nebenprodukt zu den vorgenannten Nebenbahnen.


#03
Und dann kam sie planmäßig wieder aus Richtung Hof retour. Vor dem 2669 beim „Scholz“, die Recycling-Firma unweit des Bahnhofes Reuth bei Plauen im Vogtland.
Da war der Gleisanschluss gerade nicht lange in Betrieb. Heute ist das Areal gnädig in diese Blickrichtung verwachsen.


#04
Ich war ein paar Jahre Mitglied in der IBSE e.V. Für unwissende: Interessengemeinschaft zur Bereisung stillgelegter Nebenbahnen. Ab 1984 hatte ich mir in Bayern
zum Ziel gesetzt, alle Strecken zu bereisen, da zu diesem Zeitpunkt im ÖPNV und GV existierten. Der Großteil der reinen GV-strecken konnte mit und durch die IBSE
bereist werden. Natürlich auch mit anderen Veranstaltern. Reuth – Erbendorf aber blieb mir lange verwehrt. Also war es der Versuch dort früh die Übergabe nach
Erbendorf zu entern und mit zu fahren. Zeitig war ich beim Fahrdienstleiter am Bahnhof Erbendorf und trug diesem den frommen Wunsch vor. Der meinte nur:
„Die nehmen Dich auf der Köf bestimmt mit!“ Dann kam die 333 (oder 332). Dem Personal „Lokführer“ und Rangierer passte das ohne weiteres. Und Juhu!, ich konnte mit.
Bei Rückfahrt nach Reuth hatte ich ausgemacht mich am Esig Reuth abzusetzen. Bedankt hatte ich mich in Erbendorf mit der Ausgabe einer gscheiten Brotzeit für beide
beim Metzger des Vertrauens vor Ort. Hier sieht ihr links oben jenes Einfahrtsignal von Reuth wo ich abgestiegen bin. Da ging es über die paar Meter Wiese herunter,
denn mit Blick im Kursbuch hatte ich den 5967 im Auge. Was kam war 218 217. Jener damalige 22.April 1994 brachte in und um Reuth noch ein paar nette Bilder mit
Großrussen und 218ern. An- und Abreise war mit dem Zug von daheim. Also ein ganz entspannter Eisenbahntag.

Wenn ich damals heraus bekam, das die 217 die Bamberger Strecke hatte, und das Wetter passte, lenkte ich meine Einsätze natürlich bewusst dort hin.
Gegeben hätte es im Hofer Bereich ja überall bzw. damals nur! fotogenen Betrieb.


#05
Block Streitmühle an der Schiefen Ebene, der 3783 stürmt bergan. Am 7.Mai 1994 war die Obstbaumblüte noch nicht richtig in Gang gekommen.
Gerade darauf hatte ich dort aber gehofft.


#06
Was Hof – Bamberg pendelte, sollte normal berechenbar später retour kommen. Und so war es zum 3786 am ex Posten 97 bei Schödlas.


#07
Was mich eigentlich ob nur Wolken am Himmel geritten hat, der Lok nachzusteigen, wissen heute die Götter. Noch dazu hatte ich Glück mit dem Sonnenloch,
als der 3786 in Stammbach heran rollte. Viele in der Region sagen auch „Sankt am Bach“ zu diesem Ort.


#08
Der Bergfahrer 3789 erneut am „Bk Streitmühle“ oberhalb Neuenmarkt-Wirsberg bzw. Himmelkron. Nach einer Woche wie zum Bild zuvor, war die Obstbaumblüte dahin,
erfroren, oder wohl immer noch nicht in Gang gekommen. Als Standpunkt diente mir dort ein paar Jahre lang eine Kiefer.

Am Abend hatte ich trotz des Wolkenlottos dennoch sechs Aufnahmen mit den Würzburger Eilzügen im Kasten.


#08a
Notiz am Rande während eines Bahnhofsbesuches in Cheb: 218 217 im Lokgleis wartend. Schätzungsweise im Juni 1994.


#09
Ein Rätselbild, wann aufgenommen? Ich datierte es in den Juli 1994. Die Zugnummer ward nicht notiert. Warum ich dort stand: ich stand genau da wo einst
der Haltepunkt Hof-Moschendorf lag. Gut möglich ich hatte damals meine Serien der „Empfangsgebäude“ für das von mir favorisierte Dokumentationsgebiet
beendet, und von Moschendorf fehlte noch ein Belegbild „mit Zug“.


#10
Fremd gegangen war ich hier hinter Waldershof. Normal ist das Gerald H. sein Zuständigkeitsbereich ;-) Aber „wildern“ dort in der „Obapfoiz“ war immer erlaubt.
Marktredwitz der südliche Endpunkt meines Revieres. Die 218 217 vor der 218 210 mit dem EC50 auf den Weg in Richtung Frankenmetropole Nürnberg. 27.Juli 1994.


#11
Nochmals Schönberg/Vogtland. Bis zum Abbruch dieser beiden Signale war das Fotografieren im Vogtland nicht mehr oder wieder noch nicht so kommod wie heute.
ei Existenz einer solchen Stelle heute wären heute Massen an Fans zu beobachten. Hier ist der IR2062 am 6.August 1994 auf den Weg gen Hof. Und die Wolken?
Am dritten Wagen des Zuges war das Licht weg… Da gab es während der Warterei mehr als nur ein paar böse Fluche zu Petrus vorab. Das ging gerade noch gut.


#12
18.Dezember 1994: Stichwort Viergleisland! Unmittelbar an Fattigau angrenzend, kurz vor Eintauchens in den Einschnitt in Richtung „Fattigauer Damm“ über die Lamitz,
und damit nach links von der Bamberger Strecke wegschwenkend, räuchert IR2466 heran.

UND? Da wars passiert!
Wem fällt es sofort auf?

Die Trittleiste über der Pufferbohle war ohne Aluminiumbeschlag bzw. rot lackiert worden. 10.10.1994 war der AW-Aufenthalt,
und damit zum letzten Mal rot-beige die verwendeten Farbeimer.


#13
Völlig unbekannt der Grund meines Besuches an der „Presshefe“ in Oberkotzau bei derlei Grützenwetter. Das Dia wurde gut dunkel. Adobe musste es nun aufhellen,
damit man es zeigen kann. Aber bemerkenswert hier: links die noch liegenden früheren Abstellgleise, was mal zum Rangierbahnhof Oberkotzau gehörte.

Zurück betrachtet hatte ich ab 1995 geradezu manisch in Sokolov angefangen, ausschließlich im Depot die dort eingesetzten und in regelmäßiger Folge angekarrten und
zu verschrottenden 781 „Sergej“ zu porträtieren. Zeit war da keine für die DB daheim. Das Jahr blieb insgesamt sehr dünn für den Heimatbereich.
Erst 1996 tat ich mich wieder für die Hausstrecken auf, den farblichen Einzelgänger zu begleiten. Aber wer mich kennt, weiß das die -140- Cheb – Karlovy Vary – Chomutov
ab dato bis zur Elektrifizierung bei mir alles andere in den Schatten stellen sollte.


#15
Der Schatten der Brücke für die Straßenverbindung Bibersbach – Rauschensteig hielt mich nicht davon ab, in den Bahnhofeinschnitt von Röslau hinein ein Bild zu machen.
Mit dem 5940 kachelt am 3.Juli 1996 das Objekt der Begierden heran. Die Lok geputzt, das Dach glänzte sogar.


#16
Zur Weiterfahrt Richtung Marktleuthen/Hof schrie ich wieder Mal zu Petrus und Murphy alles Unmögliche. Danke an die „WvD“, die Wolke vom Dienst! Das Bild war für die Tonne.
Am Diafilm half nur kurzfristiges gen Boden schwenken, sonst wäre es völlig daneben belichtet worden. Mit Parameter einstellen an der Blende und der Überbelichtung
wars da nix mehr, so schnell zog dieser elende Wolkenfetzen heran.


#17
Eitel Sonnenschein am Schnepfenmühler Signal. Kirchenlamitz Ost, Einfahrtsignal aus Richtung Hof, hier der 5936 nach Hof. 9.Juli 1996.

Lok und Signal kommen gleich nochmal im Beitrag. Fragt mich nicht was ich allein von diesem Motiv in den Diakisten horte…
Also 30 Mal quer Beet durch alle gängigen Baureihen dieser Strecke hat es mindestens.


#18
Dafür jetzt mit „FW“, also das Gegenteil zur „WvD“ ist die „Foto-Wolke“. Und die war an den Holenbrunner Signalen sehr artig.
Der 5934 ist am 8.August 1996 auf dem Weg nach Hof.

Holenbrunn war ab Nachmittag absolut genial! Zumindest an Arbeitstagen Montag bis Freitag. Ich bin daheim in Marktleuthen kurz nach 16 Uhr los und fuhr erst
mal die Metzgerei RUCKDÄSCHEL an, die da auf Höhe der Signalgruppe rechts bis heute schafft. Und das ist auch so eine Metzgerei des Vertrauens.
Die hatten nachmittags oft noch in der heißen Theke passendes zum Verzehr. Und die Fleischereifachverkäuferin wußte Handwerker zufrieden zu machen.
Bei Currywurscht mit Ketschup gab es dort stets einen richtigen riesen Schnackel! Drei Semmeln dazu. Und am besten noch ein zuckriges Cola ;-) So fuhr man mit dem
Auto Richtung Bahnhof und parkierte dort. Auspacken! Aaaah! Mampfen! Welch kärglich Mahl…  Und immer schön den Löffel rechts runter, also die Einfahrt aus
Richtung Marktredwitz, beobachten. Ging der hoch, war Zeit sich die Finger irgendwo hin zu schmieren und dann raus mit dem Foto und hingestellt. Für zwei, drei Stunden
war Ruhe gesorgt, man selbst kulinarisch abgefertigt, und optisch vor Zügen rechtzeitig gewarnt. Bevor man dann via Schönlind, Rauschensteig, Röslau zufrieden heimwärts fuhr.
Durch den Wald, über die lieblichen Dörfer der kargen Fichtelgebirgslandschaft. Entlang meiner heißgeliebten Hausstrecke.


#19
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#20
Weiter südlich von Holenbrunn Richtung Marktredwitz führt über den Bach „Röslau“ im Ortsteil Unterthölau der bekannte Viadukt. Oberthölau liegt hier rechts, auf gleicher
Höhe der Brückenkonstruktion. Am 23.Oktober 1996 zieht 218 217 mit einem Kessel darüber hinweg. Mit 50mm Normalobjektiv schaut es sehr weitläufig aus.


#21
Der gleiche Zug mit dem Tele aufgenommen. Der Verschluss damaliger Kamera ging kurz danach kaputt. Am Dia der Televersion sieht man rechts eine Verdunkelung.
Die Kamera wurde damals nach Erhalt des entwickelten Filmes ausgemustert.


#22
Das Einfahrtsignal Kirchenlamitz Ost für Züge aus Richtung Marktredwitz. Der Zug 5917 kommt hierbei aus Richtung Hof. Wir schreiben den 25. Oktober 1996.
Und man betrachte die Fichte links. In einer Galerie zu den 218-V hatte ich bereits erwähnt, dass ich hier am Signal eine jahrelang von mir gepflegte Fichte hatte.
Rauf klettern, auf den Ast sitzen, und man konnte es mit baumelnden Beinen lange aushalten. Hier ist mein damaliges „Guckloch“ in diesem Baum sehr gut sichtbar.
Heutiges Fotografenjungvolk tut sich mit Hochstativen und gar Drohnen um sportliche Bereicherung drücken.


#23
Nochmals „Daala“ wie man vor Ort sagt, Oberthölau. Der 5912 Richtung Norden unterwegs. Und der 25.Oktober 1996 war früh um diese Zeit bereits recht frostig.
Der Reif auf den Wiesen hielt sich gut in den Vormittag hinein. Und aus der Esse säuselt der Rauch vom Holzfeuer eines Ofens.


#24
Wie weiter oben erwähnt, nochmal die „Schnepfenmühle“, und damit der dritte Schuss auf die 217 vor dem 5932. Ist doch klar, was dieser damalige Oktobertag vorgab:
Sonne! Heißt Urlaub einreiben. Einsatzplanung der 218 217: drei Züge, die Leistungen dazu stets im Licht gut umsetzbar. Der Rest des Tages wurde mit den weiteren
Zügen tüchtig drumrum verbastelt. Das ergab 20! Züge bis zum Abend auf meiner Hausstrecke im besten Licht.
Nebst 217er gab es noch 211, 232 und 234. 20 Bilder sind genug, um mal so einen Beitrag zu kredenzen nach dem Motto „Wie wars damals im Herbst 1996?“

Wird fortgesetzt.

Gruß,
malo

#2 Reuth von Moki 28.11.2020 19:25

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Ein sehr schöner Beitrag ist das wieder geworden. Eine kleine Korrektur muss ich allerdings doch anbringen auch wenn sie total nebensächlich ist. In Reuth war noch nie die Firma Scholz Recycling ansässig. Zuerst hieß der Schrottverwerter Sächsische Recycling, später kaufte es der Konzern Derichebourg. Dem gehört der Anschluss heute noch und bedient wird er dreimal pro Woche.

Gruß Moki

#3 RE: Reuth von br233 29.11.2020 11:49

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Moin,

..........die Aufnahmen sollten eigentlich, uneigentlich auch, den Weg in ein Buch finden!!!


Schönen 1.Advent, Gruuuuuß

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