#1 "Plesna-Bähnl", "Gunzen-Bähnl" und "Elli" von JGPlauen 29.11.2020 01:41

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Hallo mal wieder,

die 90er waren für mich prägende Jahre an die ich gerne zurück denke. War doch alles irgendwie im Wandel. Vom Ende der DDR bis zur Jahrtausendwende, viel los und nichts blieb wie es einmal war.
Ausflüge wurden stets mit freundlicher Unterstützung der Bahn absolviert, so entstanden tolle Erlebnisse und lustige Namenskreationen.

Beginnen wir in Plesna. Mangels zeitlich passendem Grenzverkehr sind wir des Öfteren von Bad Brambach nach Plesna gelaufen. Kann sich keiner vorstellen, aber ja, wir hatten kein Auto und so war das eben um ins gelobte Land zu kommen.
Das "Plesna-Bähnl" wartete verlässlich und brachte uns mit böhmischer Pünktlichkeit weiter zu den Anschlusszügen in Cheb.



Weiter geht's auf der von uns oft genutzten Querverbindung Zwotental-Adorf, stets bei uns liebevoll als "Gunzen-Bähnl" bezeichnet.
Die beste Story in Erinnerung, als wäre es gestern gewesen, mit dem D-Zug 1. Klasse durch Gunzen...

Am frühen Abend sollte es mit dem Letzten von Zwotental über Adorf wieder nach Plauen gehen. Mit leichter Panik und Unverständnis nahmen wir vom freundlichen Schaffner zur Kenntnis, das sich irgendwas am Fahrplan geändert hat und der Anschluss nach Plauen in Adorf um wenige Minuten verpasst wird. Hmm... und nu? Ein Papa mit seinen 2 Kindern scheint irgendwie Mitleid erregt zu haben, so verschwand der Schaffner Richtung Lokführer und Fernmeldekasten zum telefonieren. Wir sollen mal einsteigen und uns festhalten, wurde uns aufgetragen und schon ging es auch los.
Am Stellwerk vorbei, ungewöhnlich schnell, hörten wir nur den Schaffner zum Fdl hinauf schreien "Wir fahren durch". Oh jetzt wird es lustig. Wir waren die einzigen Fahrgäste im Y-Wagen 1. Klasse und die 202 raste bergab in den dunklen Wald. Ohne Halt durch Gunzen gebrettert bei offenen Fenster, herrlich. Das gleiche in Siebenbrunn, oh Moment, schon wieder am Gas geben in der Kurve, stehen doch tatsächliche eine Hand voll Jungendliche am Bahnsteig auf dem Weg zum Party machen nach Plauen. Vollbremsung eingelegt, so dass die hintere Tür grad noch am Bahnsteig ist. Hatten die ein Glück mit uns. In Adorf wartet der Anschluss am Bahnsteig gegenüber und alle waren glücklich.

Das Bild zeigt nicht die Fuhre, sondern muss ein paar Jahre später aufgenommen worden sein, kurz vor Übernahme durch die VBG.



Kommen wir zum letzten Foto. Ich habe es schon einmal gezeigt (weil es so schön ist). Zu sehen ist die Ferkel-Ersatzgarnitur Plauen-Schleiz um 1997.
Das Sandwich erinnert mich auch an die Elstertalbahn, wo diese Kombo eine Zeit lang fuhr.
Im Alter von 10 Jahren, keine Ahnung von Loknummern, wurden bei uns die 201/202 "Elstertalbahnlok" getauft. Um die Sache etwas abzukürzen, haben wir uns auf "Elli" geeinigt.
So landeten wir mit unserer kindlichen Naivität schließlich im Modellbahnladen. Fräulein Feuereißen schmunzelte etwas ungläubig als wir ihr erklärten, wir würden gerne die "Elli" in H0 kaufen.



Viele Grüße
Jan

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