#1 [FR] Nordfrankreich 2021 - Wenn der Nachschuss den Tag rettet Teil IV [13B.] von Stromabnehmer 27.01.2022 22:41

Hallo,

nach einigen Tagen in der Champagne und einer Woche an der Alabasterküster, stets begleitet von Wolken und Schauern

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verlassen wir die Küste und verbringen die restlichen Urlaubstage in einer unspektakulären aber reizvollen Gegend.


Mittwoch, 04.08.21


Selbstverständlich standen wir nicht früh auf und würfelten erstmal, wo wir hinwollten. Das Ziel stand bereits ein paar Tage vorher fest und auch eine Unterkunft war schon gebucht. Der ursprüngliche Plan sah vor, von der Normandie aus nochmal in Richtung Bretagne zu starten, aber je länger der Urlaub dauerte, desto mehr nahmen wir davon Abstand. Dies gründete sich auf mehrere Ursachen. Die Auswahl an potentiellen Unterkünften, die Wettervorhersage und auch die Voraussetzungen für das Hobby, all das sah dürftig aus. Aus Hobbysicht vor allem deswegen, da das eigentliche Ziel ja darin bestand, noch ein wenig vom lokbespannten Verkehr und insbesondere den Nez-cassé-Lokomotiven festzuhalten und das bisher nicht zufriedenstellend gelang. Die Bretagne hingegen ist reines Triebwagenland. Deutlich mehr lokbespannte Züge versprach die Picardie und auch Ferienunterkünfte waren dort besser zu bekommen und zudem günstiger und wenn die gebuchte dann noch auf einem Bauernhof liegt, dann sind auch die jüngeren Familienmitglieder schnell überzeugt.
Nach frühem Aufstehen und kurzem Frühstück machten wir uns an das Packen und sagten dann auch alsbald der Hütte Lebewohl. Da es einigen Familienmitgliedern nochmal nach etwas Strand und Baden dürstete, wählten wir die Route zunächst nahe dem Meer bis etwa Dieppe, bevor wir dort ins Landesinnere schwenkten. Allerdings lag bei den Wasserratten die Latte für einen Strandbesuch hoch. So sollte es doch schon ein Sand- und kein Steinstrand sein, was in der Gegend hier jedoch selten vorkommt. Kurz hinter Dieppe wurden wir dann fündig, wobei man sagen muss, dass vorher auch die Wetterbedingungen nicht so richtig mitspielten, denn man wäre schon vor Eintauchen in das salzige Meerwasser schon ziemlich nass gewesen. Als wir das Auto oberhalb des Strandes parkten wollte ich mich per Satellitenbild nochmal vergewissern, ob wir den richtigen Strandzugang gefunden hatten und wunderte mich, warum das Luftbild einfach nicht laden wollte, sondern immer grob verpixelt blieb. Dachte ich erst, es läge an einer unzureichenden mobilen Datenübertragungsrate, was aber unwahrscheinlich war, da alle anderen Funktionen unbeeinträchtigt blieben, wurde man am Strand gleich eines Besseren belehrt, denn in direkter Nachbarschaft befand sich das Atomkraftwerk Penly, das mit seinen zwei Druckwasserreaktoren fast die gesamte Normandie mit Elektrizität versorgt. Aber naja, jetzt nochmal einen anderen Strand suchen, darauf hatten wir keine Lust. Dreiäugige Fische wie in Springfield konnten wir nicht beobachten.
Nach dem Strandausflug setzten wir unsere Fahrt fort und schlugen nun eine Richtung ins Landesinnere ein. Mit Amiens, der „Hauptstadt“ der Picardie sollte noch ein wenig Sightseeing abgehakt werden. Was es dort zu sehen gibt? Vor allem eine sehenswerte Kathedrale. Und ein leckeres Bistro haben wir auch noch gefunden.


Herausragendstes Bauwerk in Amiens ist die Kathedrale Notre Dame (wie auch sonst ;) ), die zu den drei klassischen Kathedralen der französischen Hochgotik zählt und architektonisch Vorbild für den Kölner Dom stand.


Sehr gut aushalten lässt es sich in einem der zahlreichen Bistros am „Ufer“ der Somme, auch bei trübem Wetter.

Die letzten Kilometer gestalteten sich dann ziemlich entspannt und wir erreichten unser Ziel im kleinen Örtchen Montigny-en-Cambresis deutlich eher als erwartet, wodurch sich die Gelegenheit bot, noch Einkäufe für die folgenden Tage zu besorgen. Die Ferienwohnung lag quasi direkt im Stall, bzw. erreichte man sie nur durch eine Treppe aus dem Stall heraus. Sie war zwar etwas rustikal eingerichtet, aber gemütlich und es fehlte nichts. An den üblichen Bauernhofgeruch hatten wir uns schnell gewöhnt.


Donnerstag, 05.08.21

Heute wollten wir ein wenig die Gegend erkunden, aber zunächst gab es ein sehr entspanntes und ausgedehntes Frühstück. Danach sattelten wir die Pferde, nein nicht die vom Bauernhof, sondern die unter Motorhaube des Familienkombis und fuhren in Richtung Norden. Ziel war Le Quesnoy, das mit seiner von Vauban errichteten Stadtbefestigung und der darum errichteten Parkanlage lockt.


Bevor wir starten, ein Bild der direkt im Stall gelegenen Ferienwohnung, zu erkennen an der Eingangstür am oberen Ende der Außentreppe


Die Stadtbefestigung von Le Quesnoy bietet die Möglichkeit eines sehr angenehmen Stadt“rundgangs“

Direkt neben den Stadtmauern befindet sich zudem noch ein See, der zum Baden genutzt werden kann, aber auch einige Restaurants und Bistros bereithielt, die unseren Mittagshunger stillten. Das Wetter war inzwischen richtig angenehm. Die Temperaturen stimmten und am Himmel wechselten sich blaue Bereiche mit kleinen bis mittelgroßen Quellwölkchen ab. Das roch nach einem kleinen Ausflug zur nahegelegenen Bahnstrecke. Diese verbindet das nahegelegene Valenciennes mit dem Eisenbahnknoten Aulnoye-Aymerie und bietet kein großes Motiv-, aber etwas mehr Zugangebot, denn auf Railfanatlas ließen sich doch einige Güterzugfotos erblicken. Eine Art Motiv bot ein kleiner Feldwegbahnübergang etwas westlich von Le Quesnoy. Jedoch vereitelten die Wolken jeweils ein vernünftiges Bild.


Wieder einmal ein Bild aus der Kategorie: Fotos, die die Welt nicht braucht, aber trotzdem gezeigt werden - ein Z26500 an einem Bahnübergang bei Le Quesnoy auf der Fahrt nach Valenciennes.

Man hätte hier selbstverständlich noch das Wolkenglück herausfordern können, aber wie ich schon oft erwähnte, bestand ja ein wesentlicher Grund in der Wahl der Picardie in den hier noch etwas häufiger verkehrenden lokbespannten Personenzügen. Und da waren wir nun wirklich an der falschen Strecke. Eine deutlich höhere Dichte, insbesondere dank nachmittäglicher Verstärkerzüge findet sich südlich von Saint-Quentin, wo mehrere Strecken aus dem Norden in Richtung Paris gebündelt werden. Das lag zwar nicht wirklich auf dem Rückweg zur Ferienwohnung, so ganz und gar nicht. Aber dank Autobahn ging es recht schnell, kostet zwar péage, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Leider sprießen aber auch südlich von Saint-Quentin die Motive nicht aus dem Himmel und ein bewuchsfreier Abschnitt muss schon fast als solches gezählt werden. Und Zeit, um vielleicht doch noch etwas bislang Unentdecktes zu finden, stand leider auch nicht zur Verfügung. So steuerten wir den kleinen Feldwegübergang bei Essigny-le-Grand an, wobei die letzten Meter zu Fuß zurückgelegt wurden, da mir mein Auto für die von vielen scharfkantigen Steinen und Löchern gesäumte Piste zu schade war. Am Bahnübergang angekommen nahm ich den starken Bewuchs und die damit einhergehenden Einschränkungen emotionslos, weil erwartet, zur Kenntnis. Dabei sah das mit der Höhenkontrolle für Agrarfahrzeuge, den hellen Sommertönen und den Wolken im Hintergrund gar nicht so schlecht aus. Leider wuchsen im Hintergrund einige Windräder in den Himmel und dürften ziemlich unschön aus dem Zug wachsen. Das taten sie auch beim bald erscheinenden TER aus Maubeuge.


BB 22252 scheint ebenso neu in der Gegend zu sein wie wir, denn sie trägt noch die Lackierung der Region Provence-Alpes-Cotes d’Azur, als sie mit TER 16458 gen Paris strebt.

Beim Blick auf das Foto fällt auf, dass das als munteren Wechsel aus kleinen Wolken und blauen Abschnitten beschriebene Wetter sich leider wieder einmal nicht zum Besseren entwickelt hatte. Inzwischen bevölkerten größere Wolkenfelder den Himmel. Bis hierhin war nur nicht die Rede davon, da wir uns noch in einem großen Wolkenloch befanden, das eigentlich auch den nur etwa 20 Minuten später erscheinenden zweiten lokbespannten Zug miteinschließen sollte. Allerdings nahte von Westen eine dunkle Wand, die immer wieder kleine Vorboten ins Blaue schickte. Und genau eine solche wanderte kurz nach dem Ertönen des Bahnübergangs direkt auf diesen hinzu. Aber die gen Himmel gesendeten verbalen Flüche zeigten anscheinend Wirkung, denn just in dem Moment als sich der Zug dem Auslösemoment näherte, bog die Wolke ab oder löste sich auf. Es war definitiv die richtige Entscheidung, die Kamera nicht wutentbrannt in Richtung Acker zu befördern.


Bei hohem Puls ob des drohenden Wolkenschadens rauscht BB 22334 mit TER 847920 vorbei. Wäre auch schade gewesen, den Beton nur im Schatten zu sehen.

Ich hoffte nun noch auf ein wenig Güterverkehr, aber außer einem von einem Prima-bespannten Stahlzug tat sich bis zum Zusammenbruch des Wolkenlochs nichts mehr. So wurde entspannt die Heimfahrt zum Quartier angetreten und ein wohlschmeckendes Abendessen zubereitet. Danach gab es einen entspannten Filmabend und keine Pläne für den nächsten Tag, denn die Wettervorhersage zeigte auch für den letzten vollen Urlaubstag „wechselhaft mit Schauern“


Freitag, 06.08.21

Der Blick aus dem Dachfenster offenbarte nur eine Farbe, grau. In allen Schattierungen, ohne auf zweifelhafte Soft-SM-Romane anzuspielen. So eine entspannende Landschaft, Spötter werden langweilig dazu sagen, hat leider den Nachteil, dass einen die Aktivitäten nicht gerade ins Auge springen. Glücklicherweise weiß der Rest der Familie immer etwas anzufangen und so fuhren wir nach Hordain nahe Valenciennes und wanderten einige Stunden entlang der Schelde und ihren Nebenkanälen. Leider wanderten heute auch mehrfach Regenschauer über das flache Land südlich von Lille. Warum erwähne ich jetzt Lille? Dort befindet sich ein im europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr wichtiger Knotenpunkt, denn sowohl die Verbindungen von Paris nach London, Bruxelles und Amsterdam als auch zahlreiche innerfranzösische TGV passieren die etwa 230.000 Einwohner zählende Großstadt, die das Zentrum einer etwa zwei Millionen Menschen umfassenden belgisch-französischen Metropolregion bildet. Und wie ich bereits in früheren Reiseberichten erwähnte begeistern mich Hochgeschwindigkeitszüge nicht weniger als eine beschauliche Nebenbahn voller „Eisenbahnromantik“. Da wir in Hordain bereits ein gutes Stück in Richtung Lille zurückgelegt hatten, lag es nahe nun noch ein wenig weiter zur Hochgeschwindigkeitsstrecke zu fahren. Vor allem, da sich nach dem Durchzug der Schauerbänder wieder etwas blau am Himmel zeigte.
Jedoch muss erwähnt werden, dass die Hochgeschwindigkeitsstrecken in Frankreich in Sachen Fotografierbarkeit den anderen Strecken der Region in nichts nachstehen. Eine Straßenbrücke in Avelin südlich von Lille bietet aber zumindest etwas Einsehbarkeit, wenn auch kein Motiv, aber es geht mir ja schließlich um die Fahrzeuge. Etwa 45 Minuten hielt ich mich auf der Straßenbrücke auf, zahlreiche Schnellzüge unterquerten sie. Sonne bekam aber nur einer ab.


In Hordain wird die hier noch Escaut genannte und kanalisierte Schelde mittels einer recht ansehnlichen Stahlbrücke überquert.


An Lille vorbei rauscht THA 9351 von Paris nach Bruxelles. Auch 1/1000 Verschlusszeit offenbart im Detail noch einiges an Unschärfe, aber es ist Triebzug Nummer 4341, der uns hier die roten Schlusslichter zeigt.

Gab es während der Wartezeit auf der Brücke noch die ein oder andere längere Sonnenphase, mit länger meine ich jetzt mehrere Minuten, so brach das Wetter wieder völlig zusammen und während der Heimfahrt zur Ferienwohnung kam der Windschutzscheibenwischer vermehrt zum Einsatz. Mein Aufenthalt am Bauernhof weilte aber nicht lang, denn von Westen kündigten sich Wolkenlöcher an und der letzte Abend wollte noch einmal genutzt werden. So fuhr ich noch einmal an die Strecke von Saint-Quentin nach Maubeuge. Dort entdeckte ich im Netz ein kleines aber feines Viadukt, in landschaftlich abwechslungsreicheren Gegenden nix Auffälliges, in dieser flachen Region hingegen ist jeder kleine Bacheinschnitt hochwillkommen. Der Ausflug begann jedoch enttäuschend. Ein breites Schauerband wollte nicht abziehen und hielt sich genau im Bereich der avisierten Brücke. So fuhr ich für den von Maubeuge kommenden lokbespannten Zug ein wenig weiter nach Süden nach Busigny. Leider erwies sich die Strecke in diesem Bereich als stark zugewachsen oder mal wieder im Einschnitt verlaufend. Dass sich die dunklen Wolken bis hierhin ausbreiteten, wirkte auch nicht gerade stimmungserhellend. Immerhin, als ich auf dem Bahnsteig in Busigny stand, hatte es aufgehört.


Mit der im livrée fantôme gehaltenen BB 22232, die hier mit TER 16460 ohne Halt durch den Abzweigbahnhof Busigny rauscht, sehen wir eine weitere Nez-cassée Farbvariante. Links die Bahnsteige für die nach Cambrai führende Strecke.

Danach fuhr ich aber dann zum Viadukt, welches sich in der kleinen Ortschaft Saint-Benin befindet. Das Schöne an französischen Dörfern ist ja, dass es immer eine Art Zentrum gibt, mit einem, meistens auch noch genutzten Rathaus und einem kleinen Platz davor. Irgendwo hängt meist eine französische Flagge, die Blumenkästen an den Fenstern und die Rabatten sind gepflegt und ein Schaukasten kündet von Veranstaltungen und amtlichen Bekanntmachungen. Das hat jetzt nicht viel mit dem Motiv zu tun, aber ich wollte es mal loswerden, dass mir die Ortsbilder im Norden Frankreichs gefielen.
Nun aber wieder zum Geschäft. Tatsächlich zeigte sich beim Blick nach Westen ein großer wolkenloser Bereich, der sich langsam näherte. Wobei ich eher laaaaaaangsam schreiben sollte. Dabei rückte die Ankunft des Zuges immer näher. Ein weiteres Problem lag im Motiv selbst. Eigentlich wollte ich auf eine Wiese und die dort grasenden Kühe als Vordergrund nutzen. Aber ein monströser Stacheldraht hinderte mich daran. Und so wie ich über die Dorfansichten schwärmte, so bleiben die vielen massiven Stacheldrähte zwischen Feldern und Wiesen negativ in Erinnerung. Hier gab es zwar eine Möglichkeit den Zaun zu überwinden, aber da sich direkt gegenüber der Straße der zugehörige Hof befand, war dies nur ein kurzer Gedanke. Aber aus der Not soll man bekanntlich eine Tugend machen, so blieb ich einfach an der Straße und nahm diese mit ins Bild. Glücklicherweise entstand nun kein zweiter Faktor für Nervenabrasion durch ins Bild fahrende Autos, vielmehr ersetzte diese Unabwägbarkeit den Faktor Licht, denn die Sonne war nun durch die Wolkenkante getaucht. Schlussendlich klappte alles, wenngleich natürlich ein typisch französisches Automobil an der richtigen Stelle das Bild bereichert hätte.


Auf der Straße, die durch das Viadukt nach Saint-Benin führt, hätte auch gern ein 2CV oder ein R5 fahren können. Es muss ja nicht gleich eine Göttin sein.

Recht zufrieden, dass das Bild im Kasten war, wartete ich noch auf den nachfolgenden Regionalverkehr, der auch hier mit AGC abgewickelt wird und versuchte nochmal eine kleine Variation, aber die gelang nicht so wirklich und danach war das Wolkenloch auch schon wieder Geschichte. Den letzten Abend genossen wir noch einmal bei leckerem Essen und guten Wein.


Samstag, 07.08.21

Schnüff, Abreisetag. Aber ehrlich gesagt, freut man sich nach zwei Wochen auch wieder auf die Heimat. Insbesondere, wenn am Montag nicht die Arbeit ruft, was diesmal glücklicherweise der Fall war. Während wir die Wohnung räumten, fielen noch vermehrt Sonnenstrahlen durch die Dachfenster der Ferienwohnung, das schrie nach einem kurzen Ausflug zur Strecke und das am Vorabend aufgesuchte Viadukt in Saint-Benin lässt sich auch am Vormittag umsetzen und ein Zug aus Maubeuge würde auch bald kommen. Leider gewannen die Wolken schnell wieder die Oberhand, bedeckten den Himmel aber nicht komplett und ließen somit dem Fotografen eine Chance. Und der in Anbetracht der Gesamtstrecke bis in die mittelsächsische Heimat verschwindend geringe Umweg hatte sich dank eines kleinen Sonnenloches beim lokbespannten Zug dann auch gelohnt.


Regionalzüge zwischen Saint-Quentin und Maubeuge gibt es nicht, zumindest nicht durchgehend. Diese enden bereits in Aulnoye-Aymeries, wie auch der nur an Samstagen verkehrende TER 841723


Der Abschluss gelingt mit ein wenig Sonne. Wahrscheinlich die gleiche Garnitur wie am Vorabend überquert als TER 16466 den Viadukt in Saint-Benin.


Fazit

Zwei Wochen Leben wie Gott in Frankreich liegen hinter uns. Recht positiv war ich aus linguistischer Sicht überrascht. Beim letzten Urlaub „richtig“ in Frankreich, also nicht im Elsass, vor 14 Jahren war die Kommunikation mitunter recht schwierig, wenn man keine ausreichenden französischen Sprachkenntnisse besaß. Trotz Französischunterricht in der Schule kann ich das leider nicht von mir behaupten. Erstens liegt das schon wieder 20 Jahre zurück und zweitens werden Sprachen durch Sprechen gepflegt und außerhalb von französischem Sprachgebiet ist man doch recht selten damit konfrontiert. Aber diesmal konnte in kritischen Situationen der Einsatz von Händen und Füßen vermieden werden, indem man Englisch sprach. Besonders erwähnenswert dabei die Situation an der Kasse beim Kamerakauf, als man mir erklärte, dass in Frankreich größere Beträge nicht bar entrichtet werden dürfen aufgrund von Geldwäschekontrolle (In Deutschland ist man es ja üblich, wie bei Monopoly ganze Straßenzüge mit Bargeld zu kaufe). Ich hatte extra noch was abgehoben, da ich mir des Kreditkartenlimits nicht sicher war.
Ansonsten bleibt aus der Champagne die sehr angenehme, entspannende Landschaft mit ihren schier unendlichen Weinzeilen in Erinnerung. Die Normandie begeisterte mit der famosen Steilküste und die Picardie mit ihren rustikalen, aber lieblichen Dörfern. Nicht gut in Erinnerung wird das Wetter bleiben. Also zumindest nicht aus Sicht des fotografierenden Urlaubers. Kein einziger Tag brachte stabiles Wetter. Wolkenlöcher erschienen plötzlich und verschwanden genauso schnell wieder. Nicht selten brachten die vielen Wolken auch Regen und Wind. Keine guten Voraussetzungen für die geringe Zugdichte auf französischen Strecken, wenn man nicht permanent an der Strecke steht und auf den einen Moment wartet. Von daher muss man mit der Ausbeute zufrieden sein. Aus Sicht des nicht fotografierenden Urlaubers verdient das Wetter das Prädikat genial, denn es hatte selten mehr als 24°C und selten weniger als 17/18°C. Für jemanden wie mich, der mit großer Hitze nicht viel anfangen kann, beste Bedingungen. Vielleicht kehren wir ja irgendwann wieder zurück an die Alabasterküste. Ob man da aber noch Nez-Cassé-Lokomotiven im Norden Frankreichs findet?


Einen großen Dank an alle, die bis hierhin gelesen haben!!!

Viele Grüße
björn

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