wir waren dieses Jahr mal in Rumänien im Urlaub. "Nebenher" wurde auch die Eisenbahnwelt ein wenig erkundet. In Rumänien gab es jede Menge Schmalspurbahnen (auf Rumänisch: Mocăniță), die teilweise bis zur Jahrtausendwende noch von der CFR bedient wurden. Daneben ist das Land vor allem für seine schmalspurigen Waldbahnen bekannt, die von der staatlichen Forstgesellschaft CFF betrieben wurden. Von den Waldbahnen ist die Wassertalbahn wohl die populärste, aber auch die nördlichst gelegene, was nicht unbedingt auf unserer Reiseroute lag. Ein Österreicher bemüht sich schon seit längerem auch andere rumänische Schmalspurschätze zu bewahren bzw. wieder aus dem Dornrößchen-Schlaf zu erwecken. In Crișcior hat er die Bahnwerkstatt einer Werkbahn des ehemaligen Kohlekraftwerks übernommen. In der Werkstatt werden verschiedene Triebfahrzeuge und Wagen ausgebessert. Außerdem führt man auf der ca. 6 km langen Strecke zwischen Brad und Crișcior regelmäßig Fahrten mit Dampf durch.
Das eigentliche Kohlekraftwerk ist außer Betrieb und zum Teil abgerissen. Das übrig gebliebene Gelände vermittelt eine wenig einladende, sehr morbide Atmosphäre, die die Bilder teilweise gar nicht wiederspiegeln können. Die von Reşiţa gebaute Lok 5 wurde in ihrer Heimat aufgearbeitet und bespannt 2019 die Züge auf der Strecke. Gemütlich schmaucht sie im ehemaligen Werksgelände in Crișcior vor sich hin.
Detailaufnahme der 1957 gebauten Maschine, die unter anderem auch schon in Österreich beheimatet war.
Pünktlich setzte sich der Zug in Bewegung und es gelang noch eine Streckenaufnahme mit der Kirche von Țărățel
Der Nachschuss zeigt, dass eine mögliche Waldbrandgefahr in Rumänien nicht zum Stopp der Mocăniță führt. Die Lokomotiven werden mit Holz geheizt, was u.a. auf dem Wasserkasten lagert. Am linken Rand sieht man noch die Fernwärmeleitung, die die Strecke auf weiten Teilen begleitet. Die Straßenverhältnisse in Rumänien sind überwiegend in Ordnung. Die "Schotterpisten" sterben aus und wir waren auch vorsichtig, was das Fahren angeht. Nichtsdestotrotz endete unser kleiner Ausflug in Brad mit einer eingefahrenen Schraube vorzeitig, da das Beheben dieses Problems dann logischerweise erstmal Vorrang hatte - Schade!
Den ersten Teil Rumänien lasse ich mit ein paar Impressionen der in Crișcior abgestellten Fahrzeuge (überwiegend österreichischer Herkunft) ohne großen Kommentar enden. Vielleicht kann ja noch jemand was zu den Fahrzeugen beisteuern. Im nächsten Teil machen wir einen kleinen Ausflug an zwei 760-mm-Strecken im Großraum Târgu Mureș.