Ich fahre immer zum tanken nach Olovi (Bleistadt) und komme am Bahnhof Rotawa vorbei. Meine Frage hierzu: Ich hopse da immer über nen einsamen BÜ drüber, vor dem eine Brücke war. Weiß jemand wohin die Strecke führte?
Die etwa 2 Kilometer lange landschaftlich schöne Anschlussbahn führte zur Firma Rotas . Kürzlich abgebaut . 2010 lagen die vielen Gleisjoche noch im Bahnhof Rotava . Leider hat in unseren Nachbarland eine ähnliche Entwicklung begonnen wie bei uns in den90er Jahren ( MORA-C -marktorientiertes Angebot Güterverkehr ). Viele Anschlussbahnen werden stillgelegt und auf LKW umgestellt . Auch in Olovi der Werkanschluss wurde stillgelegt (LKW) . Hier rangierte in den 90er Jahren noch eine V-60 Werklok .
Hallo Mirko, ergänzend zu den Angaben von egronet, hier noch einige Fotos mit den Relikten der Anschlußbahn, kürzlich bei einer regionalen Spurensuche aufgenommen.
Diesen ex. Bahnübergang mit der "Brücke" meinst Du sicherlich :
Über dieser Mauer verlief das Gleis Richtung Rotava:
Der verlassene Bahndamm nach der Abzweigstelle des firmeneigenen Lagerplatzes Richtung Rotava
Das Einfahrtstor in das Werk:
Gleicher Blick zurück, auf die Zufahrtsgleise:
Der Blick geht von Rotava in Richtung Tal:
Gleicher Blick aber vor dem ex. Bahnübergang (45°), ein Stilleben nach dem Abbau:
Die "Eisenwerke AG Rothau-Neudek" waren einer der bedeutendsten Zinkblech-, später Eisenblechhersteller in der altösterreichischen Monarchie. Es gab ein Stahlwerk mit Martinöfen und ein Feinblechwalzwerk, zeitweise mehr als 1.500 Beschäftigte und rund 100.000 t Jahresproduktion. Einziger Konservenblechhersteller Altösterreichs vor 1918. Also eine richtig große "Bude". Danach eine wechselvolle Geschichte, nach 1945 Verfall und Wiederaufbau durch Škoda, heute firmiert der Standort als Rotas Engineering. Die Anschlußbahn vom Bahnhof Rothau/Rotava im Tal hinauf zum Werk war ca. 4 km lang.
Alle Angaben (und noch mehr dazu; auch mit Bildern eines 820 auf der Anschlußbahn) sowie auch ein kurzer Abriß zum Glaswerk in Bleistadt/Olovi (mit Bildern der V60-Werklok) finden sich im neu erschienenen Band aus der editin bohemica: "Im Musikwinkel. Unterwegs zwischen Vogtland, Elstergebirge und Egergraben". Siehe hier: www.edition-bohemica.de (dort dann "Zum Laden" gehen; dort wiederum "Neuerscheinungen") Empfehlenswert und für Vogtlandfreunde ein Muß!! Das Buch geht die PE vonm Plauen aufwärts über Bad Brambach bis Cheb, dann von Adorf über Zwotental bis Klingenthal, das Erlbacher Bähnchen, von Klingenthal bis Sokolov, schließlich dann Cheb - Luby u Chebu (Schönbach). Neben kurzen historischen Abrissen eine Fülle von erstklassigen Farbbildern vorwiegend zwischen 1995 und 2005, weitergeführt bis heute.